Freitagvormittag an der Vervierser Straße in Eupen: Der Frühjahrsputz kann beginnen. Die Schüler des RSI machen bei der Aktion "Wallonie plus propre" mit. Dafür nehmen sie sich eine Schulstunde Zeit. Sie sammeln Müll von den Straßen und sorgen so für eine saubere Nachbarschaft.
In diesem Jahr hat das RSI etwa 150 Schüler aus zehn Klassen losgeschickt. Ab dem nächsten Jahr möchte sie die Schüler des ersten und zweiten Jahrgangs dazu verpflichten, an der Aktion teilzunehmen. Aber nicht nur Schulen, sondern auch Unternehmen sind dabei. "Für unsere Schüler ist es immer sehr motivierend zu wissen, dass es keine Aktion ist, die allein von unserer Schule stattfindet, sondern dass ganz ganz viele Leute daran teilnehmen", erklärt Silke Nütten, Koordinatorin für nachhaltige Entwicklung am RSI.
Wie die Stadt Eupen auf Anfrage mitteilt, haben sich für Donnerstag und Freitag 25 Gruppen angemeldet, darunter 19 Schulklassen. Ausgestattet mit Sicherheitswesten, Handschuhen, Müllbeuteln und Greifzangen kann es für die RSI-Schüler losgehen. Am häufigsten begegnen ihnen Zigarettenstummel und Verpackungen. Aber das ist nicht alles. Ihr kuriosester Fund: Eine pinke Radkappe.
Max-Frederik Mees besucht die fünfte Klasse der Sekundarschule am RSI. Er glaubt, dass das Projekt dazu führen kann, den eigenen Umgang mit Müll zu überdenken. "Ich glaube, dass, wenn man selber so viel wegschmeißt und das dann jetzt sieht, dass man dann auch wirklich sich bessern möchte und das nicht mehr tut in Zukunft. Die ganzen Leute, die das dann wegmachen, haben ja auch eigentlich Besseres zu tun und könnten in der Zeit viel sinnvollere Arbeit leisten."
Die Schüler seien interessiert am Thema, sagt Lehrerin Laila Palm. Im Unterricht tauche das Thema Umweltschutz und Mülltrennung häufig zufällig auf - und zwar durch die Initiative der Schüler. Das Projekt befürwortet sie nicht nur, weil die Straßen sauber werden, sondern vor allem, weil ihre Schüler daraus etwas lernen können.
"Ich glaube, sie können dadurch wirklich auch nochmal sehen, wie wichtig es ist, dass man aufpasst, wie man mit der Umwelt umgeht, dass man ein Bewusstsein dafür kreiert, wie viel Müll man dann doch produziert", sagt Palm. "Zuerst hatten die Schüler nicht so die riesige Lust, aber dann unterwegs meinten viele Schüler, dass das ja Wahnsinn ist, wie viel Müll hier hingeworfen wird. Wir müssen wirklich darauf achten. Ich glaube, das ist auch das Hauptziel, das wir damit erreichen wollen."
Ein bisschen stolz sind Max-Frederik Mees und seine Mitschüler schon. Er erzählt, dass er auch im nächsten Jahr wieder bereit dazu ist, teilzunehmen und für eine saubere Nachbarschaft zu sorgen.
Josefina Evers
Das ganze ist vorbildlich, und hoffentlich auch lehrreich. Diese Schüler werden wahrscheinlich niemals Getränkedosen,Plastiktüten usw in die Natur werfen. Das größte Problem sind leider die Erwachsenen. Jeden Morgen bei meiner Runde mit meinem Hund sammle ich Getränkedosen Plastikverpackungen,und sonstiges auf was andere einfach wegwerfen. Wie bitte kann man solche Menschen noch erziehen wenn sie das schon nicht zuhause gelernt haben?Vielleicht sollte man anfangen auf Getränkedosen einen Pfand zu rechnen, wie es in vielen Ländern üblich ist, dann überlegt sich mancher ob er die Dosen nicht doch mitnimmt.Sonst gibt es dann noch Menschen die nichts haben und vielleicht froh sind eine Dose aufzuheben und das Pfand zu kassieren.