Zu Besuch beim Metallkünstler Leo George in Braunlauf

Alte Hufeisen gehören für Leo George aus Braunlauf nicht auf den Schrott. Er recycelt lieber und erschafft Neues - am liebsten Skulpturen, die er auf seinem Hof ausstellt. Die Skulpturen locken täglich viele Besucher an.

Leo George - Metallkünstler aus Braunlauf (Bild: Dogan Malicki/BRF)

In der Eichengasse in Braunlauf ist Leo George mit einer neuen Skulptur beschäftigt. Am liebsten arbeitet der gelernte Werkzeugmacher mit Metall. Er genießt es, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. „Ich habe schon früh Bilder gemalt, gesungen oder Gitarre gespielt. Kunst hat mich schon immer begleitet. Skulpturen haben mich besonders gereizt. Mit Hufeisen arbeite ich sehr gerne. Das mache ich nun schon seit zehn Jahren.“

Seine Skulpturen sind überall auf dem Hof zu sehen. Rehe, Eulen, Frösche – aber auch Fantasievolles, wie zum Beispiel eine zwei Meter hohe Skulptur namens ‚Corono‘. Dabei nutzt er alles, was andere wegwerfen würden: Alte Hufeisen, Werkzeuge oder Sägeblätter bekommen bei ihm ein zweites Leben.

Angefangen hat aber alles mit den Hufeisen. „Ich war mal bei einem Hufschmied und fragte, was er mit seinen übrig gebliebenen Hufeisen macht. Der Schmied sagte dann, dass ich die Hufeisen haben könnte. Das wäre ihm lieber gewesen, als dass sie auf dem Schrott landen. Zwei Jahre lang habe ich dann seine Hufeisen bekommen. So kamen einige Tausend zusammen.“

500 dieser geschenkten Hufeisen hat Leo gebraucht, um ein lebensgroßes Pferd zu kreieren. An dem Pferd ist eine gut erhalte Kutsche aus dem 18. Jahrhundert befestigt.

Die künstlerische Arbeit ist ihm wichtig. „Es macht mich zufrieden, etwas zu erschaffen. Man beginnt mit etwas und es wächst von selbst. Den Leuten gefällt das auch. Sie halten an und machen Fotos. Ich könnte hier schon fast eine Frittenbude hinstellen. Hier kommt keiner vorbei, ohne einmal stehen zu bleiben.“

Die Liebe spielt eine große Rolle in seiner Kunst. Viele seiner Skulpturen sind nur als Pärchen zu finden. So sind auf seinem Grundstück keine Hasen, Vögel oder Frösche ohne ihr geschlechtliches Gegenstück zu finden. Denn ohne die Liebe mache das Leben nur halb so viel Spaß, wie er sagt.

Was ihm jedoch keinen Spaß bereitet, dass ist die Wegwerfmentalität vieler Menschen. „Wegwerfen ist für mich nichts. Ich bin in einem landwirtschaftlichen Betrieb groß geworden und da wurde nichts weggeworfen. 1963 bin ich geboren. Auch 18 Jahre nach dem Krieg gab es kaum was. Ich hatte ein paar Schuhe und ein Fahrrad. Damit mussten wir uns dann zufrieden gegeben.“

Wer sich auch ein Bild von Leos Skulpturen machen möchte, der ist in der Eichengasse in Braunlauf herzlich willkommen.

Dogan Malicki