Sommer-Workshops: Zu Gast beim Atelier Neundorf

Seiner Kreativität mit etwas Anleitung freien Lauf lassen - das war beim Sommer-Atelier in Neundorf dieses Jahr wieder der Fall. Mehr als 60 Erwachsene haben an den unterschiedlichsten Sommer-Workshops teilgenommen.

Kurs: Weidenflechten (Bild: Dogan Malicki/BRF)

Bild: Dogan Malicki/BRF

Im Kurs von Cilia de Munnik wird gearbeitet und geschwitzt – denn die Teilnehmer ihres Kurses „Skulpturen aus Beton“ haben Großes vor. Mindestens einen Meter groß sollen die Skulpturen später sein. Als Grundgerüst dient eine Styropor-Form. Die wird mit Beton überzogen. Gewickelter Hühnerdraht dient als Befestigung. Cilia de Munnik gibt noch ein paar letzte Anweisungen, bevor der Beton-Mischer zum Einsatz kommt.

Im Atelier Neundorf finden gerade zwei weitere Kurse statt. Unter anderem der Workshop „Fotografie und Bildbearbeitung“. Auf dem Dachboden des Ateliers werden gerade Aspekte der Fotografie und Bildbearbeitung von der Theorie in die Praxis umgesetzt. Harry Reimer leitet den Kurs seit 1992. Damals arbeitete er noch mit analogen Kameras. Da wurden die Bilder noch im Keller des Ateliers entwickelt.

Harry Reimer ist aber mit der Zeit gegangen. Heute erklärt er seinen Teilnehmern, wie die Bildbearbeitung am Laptop funktioniert. Und was zieht ihn alle Jahre zum Atelier Neundorf? „Die Atmosphäre gefällt mir und das ist hier wie eine große Familie. Da meine Kurse immer belegt waren, hat es mir immer wieder Freude gemacht, meine Kenntnisse hier weiterzugeben. Das ist also ein ganz toller Erfolg. Ich habe einfach immer Spaß daran und bin deswegen jedes Jahr aufs Neue hier.“

Kreatives Weidenflechten

Im Garten des Ateliers ist eine weitere Truppe zu finden. Unter anderem dabei: Marie-Louise, Marianne und Monika. Sie sind im Workshop „Kreatives Flechten“, sitzen im Schatten und lassen ihrer Kreativität freien Lauf. Alles beginne mit einem schönen Stück Holz, sagt Marianne. Sie hat sich für Treibholz entschieden, es glatt geschliffen und mit Lein-Öl eingepinselt. Das schütze und dufte gut.

So wie die drei flechten, könnten sie den Kurs vermutlich selbst leiten. Sie kommen immer wieder gerne zum Atelier Neundorf. „Ich finde den Kurs super. Ich komme jedes Jahr wieder. Wie oft ich nun hier war, das weiß ich schon gar nicht mehr“, sagt Marianne. „Es ist schön draußen an der frischen Luft mit den anderen Teilnehmerinnen zu sitzen. Wir sehen uns fast jedes Jahr wieder.“

Marie-Louise fügt hinzu: „Die Atmosphäre ist einfach toll. Es macht Spaß, die vielen Gleichgesinnten zu sehen. Ich komme sehr gerne nach hier, weil es einfach gut tut, die Zeit gemeinsam zu verbringen.“

Dorette Haufler leitet den Kurs „Weiden-Flechten“ seit mehr als zehn Jahren am Atelier Neundorf. „Für mich ist es wichtig, einen Raum zu schaffen, wo jeder dazukommen kann, um zur Ruhe zu kommen und kreativ zu werden. Ich versuche auch, einen Raum zu schaffen, der z. B. im Alltag nicht zu finden ist, da man ja oft gefordert ist. Deswegen mache ich auch gerne Kurse, die über zwei Tage gehen, um wirklich runterkommen zu können. So kann man sich am besten mit sich selbst und dem Material auseinandersetzen.“

Drei Kurse an einem Tag. Beim Atelier Neundorf muss hinter den Kulissen viel organisiert werden. Dafür zuständig ist unter anderem Zita Hansen. Sie ist seit über 40 Jahren Koordinatorin im Atelier. „Das Atelier Neundorf ist ein kreatives Atelier. Wir sind eine VoG und wir haben den Auftrag, eine kreative Freizeitgestaltung für alle Altersgruppen und soziale Schichten anzubieten. Das machen wir, indem wir das ganze Jahr über zahlreiche Kurse anbieten oder Ausstellungen organisieren.“

Nach 40 Jahren hat Zita Hansen schon so manche Entwicklung mitbekommen. Sie erzählt, dass die heutigen Ateliers nicht mit den Ateliers aus den 80er oder 90er Jahren verglichen werden können. „Ganz am Anfang hatten die Leute noch Zeit. Zehn Abende am Stück haben die Leute dann bei uns verbracht. Im Laufe der Jahre hat sich das aber geändert. Es geht nicht mehr darum, über einen längeren Zeitraum an einer Technik zu arbeiten. Das Ziel heute ist eher, dass man zwei oder drei Tage etwas macht und man hat dann ein schönes Resultat. Die wenigsten nehmen sich die Zeit, eine Technik sehr gründlich zu erlernen.“

Das Sommeratelier geht diese Woche zu Ende. Auf dem Programm stand unter anderem Steinbildhauen, Töpfern, Malen, Nähen, aber auch Exotisches wie z. B. Makramee, eine orientalische Knotentechnik.

Für die Kinder ist bis zum Ende der Sommerferien weiterhin ein buntes Programm geplant. Unter anderem wird es Mitte August den mehrtägigen Workshop „Filmwerkstatt“ geben. Und Anfang September geht es schon mit dem Herbstprogramm los.

Dogan Malicki

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