Wasserquellen in den Gemeinden Büllingen und Burg-Reuland auf niedrigem Niveau

Seit vielen Tagen hat es in der Region kaum geregnet und auch der angekündigte Regen im Verlauf der Woche ähnelt eher einem Tropfen auf dem heißen Stein. Die anhaltende Dürre hat viele problematische Facetten. Eine davon ist die Trinkwasserknappheit.

Wasseraufbereitungsanlage (Illustrationsbild: Laurent Cavenati/Belga)

Wasseraufbereitungsanlage (Illustrationsbild: Laurent Cavenati/Belga)

Das Problem trifft auch auf einige Gemeinden der DG zu. Allgemein lässt sich zusammenfassen: Der Süden ist vom Wassermangel stärker betroffen als die Gemeinden im Norden.

Bütgenbach

Der Bütgenbacher Bürgermeister Daniel Franzen hat dem BRF gesagt, dass die Trinkwasser-Situation der Gemeinde stabil sei. Dies war aber nicht immer so. In den Jahren 2018 und 2019 wurde das Trinkwasser so knapp, dass es zeitweise von der Perlenbachtalsperre per Tanklaster in die Gemeinde geliefert werden musste. So weit werde es aber nicht kommen, sagte Bürgermeister Franzen.

Büllingen

In Büllingen sieht die Situation schlechter aus. In einem Rundschreiben mahnt der Bürgermeister, umsichtig mit dem Trinkwasser umzugehen, da die Trinkwasserreservoirs bereits einen kritischen Stand erreicht haben. „Die Wasserquellen sind absolut nicht mehr so ergiebig wie sie es normal auch zum jetzigen Zeitpunkt im Sommer denn noch sind“, so Friedhelm Wirtz. „Unsere eigene Wasserproduktion geht dramatisch zurück. Wir können nicht mehr alle unsere Behälter mit Trinkwasser füllen, wie das eigentlich auch gehandhabt wird beziehungsweise vorgesehen ist.“ Die Gemeinde bezieht daher von dem Wasserverband Oleftal – in der deutschen Eifel – zusätzlich Wasser. Da die Wasserreserven der Gemeinde Büllingen nicht aus eigener Kraft aufgefüllt werden können, wird die Gemeinde momentan mit 23 Kubikmetern Wasser pro Stunde unterstützt, um genügend Trinkwasser zu haben. 25 Kubikmeter Wasser pro Stunde sei das Maximum, so der Bürgermeister.

Burg-Reuland

Marion Dhur, die Bürgermeisterin von Burg-Reuland, sagte in Bezug auf die Situation in Büllingen: „In unserer Gemeinde sieht es nicht anders aus.“ Am Montag hat die Gemeinde in einem Facebook-Post auf die kritische Trinkwasser-Situation verwiesen und dazu aufgerufen, unbedingt sparsam damit umzugehen. Auf das Bewässern des Rasens, Putzen des Autos oder Befüllen des Pools mit Trinkwasser sollte in Burg-Reuland – so wie auch in Büllingen – in den kommenden Tagen unbedingt verzichtet werden.

St. Vith

In St. Vith ist die Situation stabil. „Wir sind da sehr gut aufgestellt und wir haben da momentan keinerlei Probleme und auch in naher Zukunft nicht zu befürchten“, sagt der Leiter der Stadtwerke, André Servais. „Wir können tagtäglich bis zu 3.500 Kubikmeter Wasser aufbereiten. Im Moment werden zwischen 2.000 und 2.300 Kubikmeter Tagesration benötigt, die aufbereitet werden. Also ist da noch eine relativ sichere Reserve.“

Amel

Auch in der Gemeinde Amel ist die Trinkwasser-Situation stabil. Laut Bürgermeister Erik Wiesemes werde das auch so bleiben, sofern die Trockenperiode nicht noch weitere Wochen anhält.

Eupen, Lontzen, Raeren

Im Norden der DG sieht die Situation etwas entspannter aus. Die Gemeinden Eupen, Lontzen und Raeren beziehen ihr Trinkwasser Wasser größtenteils von der Talsperre in Eupen. Sofern es nun die nächsten Monate nicht regenfrei bleiben sollte, wird es im Norden keine Probleme mit dem Trinkwasser geben.

Kelmis

Kelmis ist – im Gegensatz zu denen anderen Nordgemeinden – seit rund 17 Jahren autark, was das Trinkwasser angeht. Die Gemeinde bezieht das gesamte Wasser aus zwei Bohrbrunnen und einer Quellfassung. Ebenfalls wird das Wasser in einer eigenen Wasseraufbereitungsanlage aufbereitet. Die aktuelle Trinkwasser-Situation in Kelmis gibt noch keinen Anlass zur Sorge. „Es gibt zur Zeit noch keinen Grund zur Panik“, sagt Patrick Herzet, verantwortlich für die Wasserversorgung und -aufbereitung in der Gemeinde. „Die Grundwasserstände werden bei uns regelmäßig gemessen. Und an den Messstellen ist die Kurve zwar abfallend, aber das ist ganz normal im Sommer und da gibt es noch keinen Grund zur Besorgnis.“

Gemeinsames Problem aller Gemeinden: Brandgefahr

Alle neun Gemeinden der DG haben momentan noch ein anderes gemeinsames Problem, nämlich die allgemeine Brandgefahr. Gemeindevertreter bitten daher nachdrücklich darum, dass Zigarettenstummel nicht unüberlegt weggeworfen werden sollten und man beim kleinsten Verdacht auf Feuer sofort die 112 wählen sollte. Auch haben einige Gemeinden im Süden der DG bereits Lagerfeuer für Pfadfindergruppen untersagt.

Dogan Malicki