Bütgenbach hält höheren Wasserpreis in vorgegebenem Rahmen

In der Gemeinde Bütgenbach wird das Trinkwasser im nächsten Jahr um 5,78 Cent teurer. Damit bleibt die Gemeinde aber unter der Entwicklung des tatsächlichen Kostenpreises für die Verteilung (TKV).

Bild: Stephan Pesch/BRF

Archivbild: Stephan Pesch/BRF

Bürgermeister Daniel Franzen sprach von einem Widerspruch bei der Wallonischen Region: Auf der einen Seite schreibt sie den Gemeinden vor, die Kosten für die Trinkwasserverteilung auf die Bürger umzulegen. Auf der anderen Seite gibt der wallonische Wirtschaftsminister einen Rahmen für die Preisentwicklung vor, den die Gemeinden tunlichst einhalten sollten.

Statt der fälligen Erhöhung um 10 Cent, wie sie sich aus den Kosten ergeben würde, wendet Bütgenbach also den für 2023 errechneten Preis von 2,7554 Euro pro Kubikmeter an und schlägt nur um fast sechs Cent auf. Für 2024 ist eine ähnliche Erhöhung projiziert. So soll vermieden werden, dass die Bürger mit drastischen Aufschlägen konfrontiert werden.

Die Opposition enthielt sich bei der Abstimmung. Jean-Luc Velz erklärte, das sei zwar immer noch ein guter Preis fürs Wasser. Seine Fraktion hätte aber andere Prioritäten gesetzt.

Zwei weitere Brunnen am Netz

Seine Frage nach der Verlustmenge im Verteilernetz konnte Daniel Franzen nicht aus dem Stegreif beantworten. Die Zahlen werden nachgereicht. Schöffe Stephan Noel konnte aber verkünden, dass gerade am Tag der Gemeinderatssitzung die beiden Brunnen P5 und P6 ans Netz gegangen sind. Das sei auch gut, weil der Brunnen P3 wegen einer technischen Panne derzeit ausfalle.

Von den Wasservorkommen her habe die Gemeinde „im Moment noch alles unter Kontrolle“. Es sei aber trotz der Regenfälle insgesamt sehr trocken und für die nächste Zeit werde wenig Regen vorhergesagt. Die Quellen verlören darum weiter an Leistung. Daniel Franzen appellierte denn auch, „behutsam mit dem Trinkwasser umzugehen“.

Sanfte Mobilität im Alltag

Der Bütgenbacher Gemeinderat genehmigte auch einen „kommunalen Investitionsplan für aktive Mobilität und Intermodalität“ (PIMACI). Die Wallonische Region hat dazu aufgerufen und fördert das mit rund 87.000 Euro pro Jahr.

Die Gemeinden sollen eigene Schwerpunkte und Projekte benennen und müssen einen finanziellen Teil beisteuern. Schöffe Stéphan Noël erklärte, dass die Schwerpunkte bei der Schulwegsicherung, einer stärkeren Nutzung des Fahrrads im Alltag und der Sicherheit an Kreuzungen liegen. Fahrradstellplätze an zentralen Punkten sollen einen Übergang zum Busverkehr oder zu Fahrgemeinschaften erleichtern helfen (Intermodalität).

Die Maßnahmen sollen je nach Priorität in den kommenden vier Jahren umgesetzt werden. Sie wurden im zuständigen Ausschuss des Gemeinderates und vom Kommunalen Beratungsausschuss für Raumordnung und Mobilität (KBRM) ausgearbeitet.

Dorf-App oder Social Media?

In der Fragestunde wollte Jean-Luc Velz wissen, warum die Gemeinde ihre Informationen für die Bürger nicht stärker auf einem Sozialen Medium wie Facebook teile.

Stephan Noel erklärte, dass die Gemeinde mit der App „DorfFunk“ genau das bezwecke. Dazu wolle sie jetzt nicht auf einem anderen Weg in Konkurrenz treten. Außerdem wisse sie nicht, „was ein Riese wie Facebook mit unseren Daten macht“.

Martha Limburg ergänzte, dass der Tourismusdachverband und die Tourist Info auf Facebook sehr aktiv seien und dabei auch Veranstaltungshinweise verbreiteten. Jean-Luc Velz gab sich damit noch nicht zufrieden. Aber, so schloss er versöhnlich, es gebe ja auch noch die traditionellen Medien …

Stephan Pesch