Natagora-BNVS lässt wieder Schmetterlinge zählen

Was stellen Sie sich unter dem "russischen Bär" vor? Oder dem "großen Ochsenauge" und dem "Admiral"? Das sind Bezeichnungen für Schmetterlingsarten und es gibt noch viele mehr. Wie viele Falter von welcher Art in unserem Lebensraum heimisch sind, das will die Naturschutzvereinigung Natagora-BNVS herausfinden. Sie lädt deshalb auch in diesem Jahr dazu ein, Schmetterlinge zu zählen.

Schmetterling (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Schmetterling (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Jeder ist aufgerufen, bis Ende Juli in seinem Garten oder auf seinem Balkon Schmetterlinge zu zählen und diese Beobachtungen an die Organisation zu schicken.

Die Schmetterlingszählaktion findet seit vielen Jahren statt und eigentlich belegen die Zählungen regelmäßig einen Rückgang der Falter. Auch wenn man aktuell vielleicht mehr davon sieht: „Ja, bei gutem Wetter sind generell mehr Insekten zu sehen. Ziemlich häufig kommen im Moment der kleine Fuchs und der Zitronenfalter vor“, sagt BNVS-Präsident Guido Arimont.

Schmetterlinge erkennen

Um Schmetterlinge zu zählen, empfiehlt Guido Arimont, Strichlisten zu machen, wenn man in seinem Garten oder auf dem Balkon sitzt. „Wenn ein Exemplar auch mehrfach gezählt wurde, – weil die schwirren ja rum und tauchen wieder auf – das ist nicht schlimm. Wichtig ist, dass man den Standort hat und zählt, was man beobachtet. Das ist keine schwere Aufgabe, sondern ein Stück Lebensqualität: Man wundert sich, was hier so los ist.“

Wer wenig Ahnung von den Schmetterlingsarten hat, für den gibt es eine Hilfe auf der Webseite von Natagora. Unter „Schmetterlinge erkennen“ gibt es Bilden von den häufigsten Arten. Auf der Webseite findet man auch das Zählformular.

Aufschluss über die Umwelt

Dass die Naturschutzvereinigung Natagora-BNVS aufruft, Schmetterlinge zu zählen, hat einen ernsten Hintergrund. Schmetterlinge sind nämlich wichtige Indikatoren für den Zustand der Umwelt. „Die Arten sind auf bestimmte Lebensräume angewiesen. Bestimmte Wirtspflanzen wie Brennnessel oder Distel betrachten wir als störend, aber auch sie haben ihre Nahrungsspezialisten: Ohne Distel gibt es keinen Distelfalter. All diese Pflanzen sind eine Nahrungsgrundlage“, erklärt Guido Arimont.

„Aber der Rückgang von Insekten hält an. Das zeigt eine jüngere europäische Studie: In den letzten 25 Jahren sind die Populationsgrößen der bemerkenswerten Schmetterlinge in Westeuropa um mehr als 70 Prozent zurückgegangen.“ Das sei ein wichtiges Alarmsignal. „Wenn man Schmetterlinge zählt, kann man anhand davon auswerten, ob der Lebensraum stabil ist, sich verbessert oder verschlechtert.“

Wer Schmetterlinge in seinem Garten haben möchte, sollte auf Vielfalt achten. „Es gibt schöne Blumen wie den Bienenfreund, der gerne von Insekten aufgesucht wird, oder Lavendel, der gut riecht.“

Ob der Sommer 2022 ein Schmetterlingssommer wird, das wird die Schmetterlingszählung zeigen. Gezählt wird den ganzen Monat Juli.

jp/rasch