Uni Trier startet Pilotprojekt zum Hochwasserschutz

Fast ein Jahr ist es her - das Hochwasser, das die Region stark erschüttert hat. Aktuell laufen nicht nur die Wiederaufbauarbeiten auf Hochtouren. Vielerorts sucht man nach Möglichkeiten zum Schutz vor einem Hochwasser. Die Universität Trier startet ein Pilotprojekt, bei dem auch Roboter und künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen sollen.

Sporthalle in der Hillstraße nach dem Hochwasser (Bild: Privat)

Sporthalle in der Hillstraße nach dem Hochwasser (Bild: Privat)

Das Hochwasser im letzten Jahr hat es noch einmal klar gemacht: Mit Starkwetterereignissen muss auch in den kommenden Jahren gerechnet werden. Die Arbeiten zum Schutz vor einer weiteren Katastrophe sind jetzt wichtig und auch die Universität Trier will sich der Herausforderung annehmen. Sie arbeitet mit sechs Verbundpartnern an modernen Lösungen.

Auch in Deutschland sind viele Konstruktionen nicht auf den Ernstfall vorbereitet, sagt Tobias Schütz von der Uni Trier: „Der Hintergrund in der Bebauung ist, dass in Deutschland typischerweise die Bemessung der Kanalisation auf Niederschlagsereignisse abgestimmt ist, die – im Schnitt – alle fünf, maximal alle zehn Jahre, überschritten werden. Das heißt, es gibt eine sogenannte ‚planmäßige Überlastung‘ der Kanalisation. Wir wollen die Werkzeuge und Methoden verbessern, mit denen man diese Notabflusswege verbessert ausweisen kann.“

Im Kampf gegen zukünftige Sturzfluten gibt es jetzt schon einige Ideen und Konzepte, die bald in den fünf teilnehmenden Pilotkommunen getestet werden sollen. Neben einer App zur schnellen Vernetzung von Bürgern und Kommunen sollen auch künstliche Intelligenz und Robotertechnik zum Einsatz kommen – zum Beispiel ein Geländerover.

„Mit diesem Rover soll es dann möglich sein, bestehende Notabflusswege digital nachbilden zu können. Unsere Partner aus dem Zentrum für künstliche Intelligenz wollen eine KI-Methode weiterentwickeln, die es erlaubt, aufwendigere Modellierungen zu ergänzen. An der Uni Trier geht es darum, an Orten mit einem bestehenden Risiko für Überflutungen über einen Drohnenansatz die bestehenden Fließwege ausweisen zu können. Ein weiterer Ansatz wäre eine App zur Kommunikation mit der Bevölkerung.“

Die Partner stehen ständig im Austausch und wollen sich über gegenseitiges Feedback weiterentwickeln. Zwar ist es auch wichtig, beim Bau von neuen Siedlungen auf den Schutz vor Starkregen zu achten. Das Hauptaugenmerk liegt bei der Universität aber in der Aufrüstung von bereits betroffenen Gebieten, sagt Tobias Schütz: „Das ist eigentlich eine der Grundideen: Bei der Neubauplanung wird letztendlich ein Gebiet komplett neu überplant, während die Methoden, die jetzt eingesetzt werden, sollen in erster Linie für den Bestand sein. So können Notabflusswege, die nicht der Planung entsprechen, neu überplant werden und die Infrastruktur wird gesichert.“

Aktuell befindet sich das Projekt noch in der methodischen Entwicklung – in dieser Phase werden die geeignete Technik ausgewählt und erste Konzepte erarbeitet. Im nächsten Jahr sollen dann die Tests in den Pilotkommunen starten. 2025 wird die Technik voraussichtlich bereit sein für den Ernstfall.

Lindsay Ahn