Vivias-Vorstand zurückgetreten – Interne Querelen haben Fass zum Überlaufen gebracht

Bei der Eifler Interkommunalen Vivias ist seit längerem Sand im Getriebe. Allen voran der Personalmangel in den Seniorenheimen von Bütgenbach und St. Vith verhindert ein reibungsloses Funktionieren der Einrichtungen. Es sind aber vor allem interne Unstimmigkeiten, die Vivias-Präsident Friedhelm Wirtz und Vize-Präsidentin Monika Bastin-Veithen zu der Entscheidung gebracht haben, zurückzutreten. Am Mittwoch haben sie ihre Demission in einer Pressemitteilung verkündet.

Das Alten- und Pflegeheim in Bütgenbach

Seniorenheim in Bütgenbach (Archivbild: BRF)

Leicht fällt Friedhelm Wirtz der Schritt nicht. Seit 13 Jahren führt der Büllinger Bürgermeister die Eifeler Interkommunale an. In den Vivias-Einrichtungen in Bütgenbach und St.Vith arbeiten insgesamt 360 Menschen. Sie betreuen aktuell rund 240 Bewohner und Patienten. Vor diesem Hintergrund ist der Rücktritt des Vorstandes im Verwaltungsrat von großer Tragweite – dessen ist sich Wirtz bewusst.

„Es ist ja nicht so, dass wir irgendeinen Kegelclub verlassen“, so Wirtz, „hier geht’s ja um einen der größten Betriebe in der Eifel und einen der wichtigsten, denn wir haben ja eine Aufgabe – die Trägergemeinden und jeder Vertreter in seiner Gemeinde hat eine wichtige Aufgabe. Es geht schlicht und ergreifend um die Altersversorgung, um die Pflege der alten Menschen. Wir sind in einer derartigen Notlage momentan, wo wir ja leider Gottes Betten nicht belegen können, weil ganz einfach die Pflegekräfte fehlen.“

Friedhelm Wirtz (Archivbild: Chantal Scheuren/BRF)

Friedhelm Wirtz (Archivbild: Chantal Scheuren/BRF)

Wirtz spricht von „drei Jahren im Krisenmodus“. In den Vivias-Gremien werde aber auf Hochtouren daran gearbeitet, die Krise zu bewältigen und Lösungen vor allem für die personelle Lage zu finden. Dabei gebe es einen „Schneeball-Effekt“: ein Problem verursache sieben andere. Man habe aber in den Gremien schon Einiges auf den Weg bringen können, so Wirtz. Deshalb ärgert es ihn, dass außerhalb dieser Struktur über Interna – auch negativ – geredet werde. Das ziehe sich wie ein roter Faden durch das Thema Vivias. Auch bei der letzten Statdratssitzung in St. Vith Ende Mai sei das Thema öffentlich zur Sprache gekommen – und das, so Wirtz, war der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

„Wenn egal wo über Vivias – auch negativ – gesprochen wird, dann haben das diejenigen zu verantworten, die das tun. Wenn das aber innerhalb unserer Trägergemeinden geschieht, dann haben wir ein Problem damit. Denn innerhalb der Trägergemeinden gibt es die Gremien, wo derartige Themen diskutiert und besprochen werden. Und wenn dann etwas in den Gremien beschlossen wurde, dann ist das beschlossen, da macht es nicht wirklich Sinn, das Ganze dann noch mal in der Öffentlichkeit zu besprechen, indem man in der öffentlichen Sitzung eines Gemeinderates oder Stadtrates nochmals darüber diskutiert.“

Wirtz hätte es vorgezogen, dass die Stadtratsmitglieder in St. Vith ihre Fragen über die Gemeindevertreter in den Vivias-Verwaltungsrat getragen hätten. Die Diskussion stattdessen öffentlich zu führen, sei „unsachlich und nicht zielführend“.

Er und Vize-Präsidentin Monika Bastin-Veithen haben zudem das Gefühl, dass auf diese Weise auch „ein gewisses Misstrauen in die Führung“, also ihnen beiden gegenüber, ausgedrückt werden sollte. Nach reiflicher Überlegung habe man deshalb entschieden, die Mandate mit sofortiger Wirkung zur Verfügung zu stellen. „Das kann so auf Dauer nicht gehen, das ist für uns der Grund gewesen, wo wir gesagt haben, nein dann sollten es andere richten –  es gibt ja anscheinend Leute, die das besser wissen und besser können“, so Friedhelm Wirtz.

Monika Bastin-Veithen (Archivbild: Raffaela Schaus/BRF)

Monika Bastin-Veithen (Archivbild: Raffaela Schaus/BRF)

mitt/est/jp