Aachen: RWTH wird Fairtrade-Universität

Wer sicher gehen möchte, dass Produkte fair gehandelt werden, kann sich leicht durch das Fairtrade-Siegel absichern. Auch die RWTH Aachen will sich in Zukunft noch stärker für den fairen Handel einsetzen und ist jetzt eine von 39 Fairtrade-Universitäten in Deutschland.

Bild: Lindsay Ahn/BRF

Die RWTH Aachen ist als Fairtrade-Uni ausgezeichnet worden (Bild: Lindsay Ahn/BRF)

Die RWTH ist nun offiziell eine Fairtrade-Universität. Im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche gab es jetzt das Siegel. Das bringt Chancen, aber auch große Herausforderungen. Die RWTH will die Erwartungen erfüllen und sich in allen Bereichen auf die Fairtrade-Botschaft ausrichten.

„Hauptsächlich bezieht es sich auf den Bereich Ernährung – sei es in den Mensen, aber auch bei den Events und Besprechungen“, sagt Professor Niklas von der Aßen. „Alle Institute und Lehrstühle können Fairtrade-Produkte im RWTH-Kaufhaus kaufen. Das soll dann auf die gesamte Beschaffung der RWTH ausgeweitet werden. Textilien, Elektronikprodukte, und so weiter. Es geht darum, global faire Entwicklungen zu schaffen.“

Es ist wichtig, dass gerade eine technische Universität wie die RWTH sich klar positioniert. Vor allem die Forschung kann stark dazu beitragen, die Welt gerechter zu machen. „Alles, was hier im technischen Bereich entwickelt wird, hat eine Verpflichtung der Nachhaltigkeit“, so die Aachener Bürgermeisterin Hilde Scheidt.

„Wenn das zum Thema wird an einer technischen Universität, dann heißt das: Ich bin auch in der Wissenschaft schon auf dem Weg und mache mir Gedanken darüber, was ich hier erforsche und was ich vielleicht in zehn Jahren hier in der Anwendung habe – ist das auch dann noch tragfähig, ist das noch nachhaltig? Das ist die große Chance, dass wir die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gewinnen, um mit an diesem großen Thema zu arbeiten“.

Auch die Studierenden sind ein wichtiger Teil der Universität. Für den Vorsitzenden von Fairtrade Deutschland, Dieter Overath, sind sie die einzige Möglichkeit, einen wirklichen Wandel in der Welt zu schaffen. „Es gibt keine Nachhaltigkeit ohne soziale Gerechtigkeit. Wenn nicht junge Menschen an diesem Kreislauf drehen – erst recht an so einer Uni, die in der Tat auch an vielen Lösungen arbeiten kann – wer denn dann?“

„Ich hoffe, dass in einem Jahr ein paar tausend Menschen wissen: Ich bin in einer Fairtrade-Uni. Mit dem Wissen kommt dann vielleicht auch ein Engagement. Das, was am einfachsten ist, bei seinem persönlichen Konsum: Augen auf beim Kaffee- oder Bananenkauf. Das wäre schon einmal ein toller Anfang.“

Lindsay Ahn