Gut für Umwelt und Geldbeutel: Repair Café in Hauset hat zum ersten Mal stattgefunden

Wenn der Föhn oder der Staubsauger kaputt geht, ärgert man sich und kauft dann meistens direkt einen neuen. Doch: Nachhaltig ist das nicht. Viele kleine Schäden können mit ein paar Handgriffen behoben werden. Genau darum geht es im neuen Repair Café in Hauset. Am Samstag hat es das erste Mal stattgefunden.

Repair Café Hauset (Bild: Lena Orban/BRF)

Repair Café Hauset (Bild: Lena Orban/BRF)

Korneel Steukers ist am Samstag mit einer defekten Bohrmaschine ins Repair Café in der Hauseter Mehrzweckhalle gekommen. Zu schade zum Wegwerfen ist das gute Stück. Uwe Gehrke und Erwin Güsting von der Initiative „Weniger ist mehr“ nehmen sich dem Problem direkt an. Schnell ist eine Lösung gefunden – sehr zur Freude des Besitzers.

„Es war anscheinend ein Problem mit dem Futter. Die Öffnung ließ sich nicht mehr groß oder klein einstellen. Ich dachte schon, ich hätte das kaputt gemacht, aber ich habe die anscheinend nur zu weit gelöst. Die Herren haben das dann mit einer Zange und etwas Kraft frei bekommen. Ich bin begeistert“, sagt Korneel Steukers.

Das Prinzip des Repair Cafés ist einfach: Defekte Gegenstände wie kleine Küchengeräte, Lampen, Kinderfahrräder, Spielzeuge oder Bügeleisen können hier gemeinsam mit handwerklich begabten Menschen repariert werden. Der Initiative geht es aber um mehr, betont Erwin Güsting. „Die Vorstellung ist, dass man mit seinem defekten Gerät hierhin kommt. Dass man aber während der Reparaturzeit etwas erzählt, eine Tasse Kaffee oder ein Bier trinken kann und so auch den Kontakt im Dorf aufbaut.“

Auch Karin Plooij hat es am Samstagnachmittag ins Repair Café verschlagen. „Ich hab den Flyer im Briefkasten gesehen und war begeistert. Ich habe so etwas schonmal im Fernsehen gesehen und fand das richtig toll und freue mich riesig, dass es so etwas jetzt in Hauset gibt.“

Sie hat einen Föhn im Gepäck, das Kabel ist hier das Problem. Auch sie hofft auf eine Lösung, um eben keinen neuen kaufen zu müssen. Ein paar Handgriffe später ist der Föhn auseinander genommen und das Kabel kann repariert werden. Wieder wurde eine Kundin glücklich gemacht.

Das Reparatur-Team besteht bisher aus vier Personen, die sich hier freiwillig engagieren – alle mit einem handwerklichen Hintergrund. „Das sind zumindest alle Handwerker oder Elektrotechniker. Um ein Kinderfahrrad zu reparieren, ist einfach nur handwerkliches Geschick notwendig, da muss man jetzt kein Diplomingenieur für sein. Freude an der Reparatur sollte man haben“, erklärt Erwin Güsting.

Und weitere Freiwillige werden immer gesucht: „Wir würden auch gerne Richtung Schneider-Arbeiten gehen – für kleine Reparaturen. Einen Reißverschluss neu einnähen oder kleine Flickarbeiten. Da suchen wir auch noch Schneider oder Schneiderinnen, denen die Sache liegt.“

Einmal monatlich an einem Samstag soll das Repair Café im Dorfzentrum stattfinden, von 13 bis 17 Uhr. Das nächste Datum steht bereits fest – nach den Sommerferien. Das nächste Repair Café findet in der Mehrzweckhalle Hauset am 17. September statt.

Lena Orban