Ländliche Entwicklung: Gemeinde Büllingen blickt zurück und nach vorne

Das Thema "Ländliche Entwicklung" ist diese Woche auch in Büllingen präsent. Die Verantwortlichen blicken zurück und nach vorne.

Bild: Robin Emonts/BRF

Seit 2007 gibt es in der Gemeinde Büllingen eine Aktion der Ländlichen Entwicklung. Im Mittelpunkt steht dabei die Bürgerbeteiligung. Knapp 25 Bürger aus den verschiedenen Ortschaften der Gemeinde sind Teil der Örtlichen Kommission der Ländlichen Entwicklung. Sie erarbeiten im Einklang mit der Gemeinde und mit den Bürgern verschiedene Projekte. Konkret ist das Ziel, die Lebensqualität in der Gemeinde zu verbessern.

Nach dem Start 2007 erarbeiteten die Bürger ein „Kommunales Programm der Ländlichen Entwicklung“. Zahlreiche Projekte fanden in diesem Programm ihren Platz. Zwischen 2010 und 2020 begann man dann mit den ersten Umsetzungen großer Projekte.

Aber nicht nur die großen Projekte standen im Fokus. „Es wurden sehr viele kleine Projekte umgesetzt, die eben nicht so präsent waren. Beispielsweise haben wir zwei Begegnungsplätze gemacht. Jetzt steht die Renovierung der Sporthalle in Büllingen an oder in Mürringen sind wir dabei, das Dorfzentrum neu zu planen. Ich denke schon, dass in den letzten Jahres einiges bewegt wurde in der Ländlichen Entwicklung“, so Michael Schmitt, Schöffe und Mitglied der ÖKLE, der es an dieser Stelle schon andeutet: Das Fazit beim Blick auf die Vergangenheit fällt positiv aus. „Das Spannende ist, man sitzt nie alleine am Tisch. Das ist sehr arbeitsaufwendig, aber auch sehr interessant und ich denke doch, dass das eine Erfolgsgeschichte war.“

Und so ist es auch kein Wunder, dass die Bürgerbeteiligung in dieser Form weitergeführt werden soll. Im Herbst letzten Jahres hat die Örtliche Kommission der Ländlichen Entwicklung mit der Ausarbeitung eines neuen Kommunalen Programms der Ländlichen Entwicklung begonnen. Erneut soll aber auch die Bevölkerung einen großen Teil der Planung ausmachen.

Wichtig ist ein Blick auf die Ist-Situation und auf die Wünsche aller Bürger. Selbst die Wünsche der Kleinsten, die beim letzten Mal etwas zu kurz kamen, so Sabine Mennicken von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, wurden jetzt weiter in den Fokus gerückt. „Letztes Mal ist uns aufgefallen, dass die jungen Leute nie zu den Bürgerversammlungen kamen. Das wollten wir diesmal anders machen. Wir haben dann die ÖKLE-Mitglieder gebeten, Ortsbegehungen mit den Kindern ihrer Ortschaften zu organisieren. Die Kinder haben dann Projektinteressen geäußert“, erklärt Sabine Mennicken.

„Den Jugendlichen in der BIB haben wir in der Mittagspause ein 3-D-Modell präsentiert. Mit Stecknadeln konnten die Jugendlichen Stärken und Schwächen anpinnen. Das ist dann in einer zweiten Phase in eine interaktive Karte eingeflossen. Da sind bisher über hundert Bemerkungen zusammen gekommen. Das wollen wir sammeln, damit wir die Meinungen von allen Altersklassen haben“, so Mennicken weiter.

Nach den Kindern sind jetzt die Erwachsenen dran. Jetzt geht es unter anderem los mit den Bürger- oder Dorfversammlungen in der gesamten Gemeinde. „Jetzt steht eben der Dorfversammlungs-Marathon an. Ab nächsten Mittwoch sind wir acht Abende unterwegs. Da erhoffen wir uns wirklich eine rege Bürgerbeteiligung, wo wir wirklich mit den Bürgern diskutieren können. Wir erhoffen uns wirklich einen interessanten Austausch mit den Bürgern.“

Ende des Jahres sollen die Ergebnisse der verschiedenen Bürgerversammlungen dann vorgestellt werden. Danach geht es an die genaue Planung und im besten Fall an die Umsetzung verschiedener Projekte.

Finanziert werden sollen die großen Projekte dann erneut durch Fördergelder der Wallonischen Region. Bei kleineren Projekten arbeitet die ÖKLE gemeinsam mit anderen Partnern aus der Region und der Gemeinde. Die Beantragung verschiedener Gelder und die Erarbeitung des kommunalen Plans bringen einen langwierigen Prozess mit sich. In zwei bis drei Jahren können die ersten Bürgerprojekte dann umgesetzt werden. Über mehrere Jahre hinweg wird das Programm zur Ländlichen Entwicklung dann in die Realität umgesetzt und die Lebensqualität in der Gemeinde Büllingen soll damit auch in Zukunft Stück für Stück besser werden.

Robin Emonts