Fake News in der Antike und heute: Fachtagung in Trier

Menschen wie Donald Trump haben den Begriff Fake News in den letzten Jahren stark geprägt. Ein modernes Phänomen also? Forscher aus Trier und Athen wollen jetzt das Gegenteil beweisen und zeigen: Gezielte Falschmeldungen sind um einiges älter als Twitter und Co.

Papyrus mit "Fake News"

Illustrationsbild: Günter Albers/Panthermedia

Fake News – dieser Begriff taucht heute vor allem in den sozialen Medien immer wieder auf. Das Prinzip hinter den Fake News gibt es aber schon viel länger. Schon im antiken Griechenland haben Menschen gezielt Falschinformationen gestreut, um sich selbst Vorteile zu verschaffen.

„Eine ganz große Ähnlichkeit ist natürlich die Art und Weise, wie Fake News konstruiert werden: Sowohl in der Antike als auch heute geht man davon aus, dass ein kleiner Kern der Wahrheit innerhalb von diesen Fake News vorhanden ist und daraus etwas Neues, was aber plausibel erscheint, konstruiert wird“, sagt Diego de Brasi von der Universität Trier.

Die Forschung auf dem Gebiet Fake News in der Antike ist noch jung. Gemeinsam mit Kollegen aus Athen möchte die Universität Trier das Forschungsfeld jetzt nach vorne treiben. Vom 1. bis zum 3. Juni findet deshalb die Tagung „Fake News im antiken Griechenland“ in Trier statt.

Jetzt schon zeigt sich: Manipulierte Fakten tauchen an vielen verschiedenen Orten auf. „Auf der einen Seite die theoretische Perspektive, also die philosophische Diskussion darüber, was Meinung und Wahrheit darstellt und inwiefern dann bloße Meinung nicht mit der Wahrheit übereinstimmen kann.“

„Auf der anderen Seite versucht man, sich mit Texten auseinanderzusetzen, zum Beispiel Papyren, in denen bewusst Informationen über politische Gegner oder Nachbarn gestreut werden, mit dem Ziel, den eigenen Vorteil zu erreichen“, erklärt de Brasi.

Gerade wenn es um Macht und Ehre ging, wurde manipuliert. Meist waren es Könige und Kaiser, die politische Gegner ausschalten wollen, um ihre Macht zu sichern. Aber auch in wichtigen Briefen, der Geschichtsschreibung oder sogar den Wissenschaften wurden in der Antike regelmäßig Fakten verdreht.

„Ein ganz konkretes Beispiel wäre – auch im medizinischen-naturwissenschaftlichen Bereich – die Darstellung von bestimmten Tieren oder Fähigkeiten, die den Tieren zugeordnet sind, die schon in der Antike als widerlegt galten. Zum Beispiel, dass ein Wiesel aus dem Mund gebären würde – mit dem bewussten Zweck, moralische oder erzieherische Ziele zu erreichen.“

Ein wichtiges Ziel der Forscher aus Trier und Athen: Sie wollen Wege finden, um auch mit modernen Fake News besser umzugehen. Und sie wollen zeigen, dass sich – auch über die Jahrhunderte hinweg – eigentlich gar nicht so viel geändert hat.

Lindsay Ahn