Stadtrat St. Vith: Hat die Gemeinde den Schlachthof vergrault?

Im St. Vither Gemeinderat ist am Mittwochabend wieder über einen Schlachthof und Fleischbetrieb in St. Vith diskutiert worden. Diesmal ging es aber nicht wie in der Vergangenheit um Lärm- und Geruchsbelästigung, sondern um Gerüchte, dass der Schlachthof in St. Vith geschlossen werden könnte. Hintergrund ist, dass Geschäftsführer Marcel Peters nun einen stillgelegten Schlachthof in Bastogne erworben hat. 

Bild: Stephan Pesch/BRF

Bild: Stephan Pesch/BRF

Das Gemeindekollegium soll den Schlachtbetrieb aus St. Vith quasi vergrault haben, so Oppositionsmitglied Klaus Jousten. Schöffe René Hoffmann soll den Schlachthof als unattraktives Unternehmen bezeichnet haben – besonders im Vergleich zu einem nahegelegenen Bauwarenhandel.

Die Opposition der Liste Freches befürchtet, dass eine Schließung über 100 Arbeitsplätze gefährdet und negative wirtschaftliche Folgen für die Gemeinde haben wird. Schöffe René Hoffmann entgegnete, dass die Opposition ihm Aussagen unterstelle, die er nie gemacht habe. Außerdem betonte Hoffmann, dass er im regen Austausch mit Marcel Peters sei und gemeinsam nach Lösungen gesucht werde.

ÖWOB und VIVIAS

Außerdem hat die St. Vither Mehrheit Roland Gilson als Vertreter für die Generalversammlung der Gesellschaft „Öffentlicher Wohnungsbau Ostbelgien“ (ÖWOB) gewählt. Als Ersatzvertreter wurde Klaus Jousten von der Opposition vorgeschlagen und gewählt.

Einen Diskurs zum Thema „Personal-Zufriedenheit“ gab es, als sich der Gemeinderat der Generalversammlung von Vivias widmete. Die Interkommunale für die Pflegeheime im Süden der DG solle unbedingt etwas für die Zufriedenheit der Pflegekräfte tun, so Oppositionsmitglied Werner Henkes. Ein Audit, das für Juni 2023 angesetzt ist, kommt laut Werner Henkes zu spät. Auch Herbert Hannen von der Freien Liste Solheid betonte, dass die Wertschätzung für Pflegekräfte unbedingt verbessert werden müsse.

Neue Internetseite und neuer Begegnungsplatz

In Planung ist eine neue Internetseite für die Gemeinde St. Vith. Die aktuelle Webpräsenz sei nicht mehr zeitgemäß, so Schöffin Anne-Marie Hönders-Hermann. Der Stadtrat hat ein Lastenheft zur Erneuerung der Webseite genehmigt. Die Gemeinde werde sich die Optionen aber offen lassen und erst in Zukunft entscheiden, inwiefern sie mit einer Interkommunalen oder einem Betreiber aus der Privatwirtschaft zusammenarbeiten will. Werner Henkes von der Liste Freches hatte sich über die Interkommunale erkundigt und dem Kollegium nahegelegt, dass dies die preiswertere Variante sei.

Ebenfalls in Vorbereitung ist ein Begegnungsplatz für das Dorf Galhausen. Der Treffpunkt soll in der Nähe vom Vereinslokal entstehen. Dafür wird die Gemeinde nun ein Gelände in zentraler Lage erwerben. Die Oppositionslisten begrüßten das Vorhaben – abgesehen davon, dass Leo Kreins den seiner Meinung nach zu hohen Kaufpreis für das Gelände bemängelte.

Prämien für individuelle Wasserklärsysteme

Beschlossen wurde im Stadtrat auch, dass die Gemeinde künftig Zuschüsse für den Einbau und die Instandsetzung von individuellen Wasserklärsystemen vergibt. Eine entsprechende Prämie gibt es schon seitens der Wallonischen Region. Der kommunale Zuschuss soll sich auf 15 Prozent des Betrags der wallonischen Prämie belaufen. Ein Antrag kann innerhalb von sechs Monaten nach der Zuschusszusage von der Wallonischen Region eingereicht werden. Auch Installationen und Instandsetzung, die in den letzten sechs Monaten getätigt wurden, können jetzt noch eingereicht werden, so Schöffe René Hoffmann.

Auf Nachfrage von Oppositionsmitglied Erik Solheid kündigte Schöffe René Hoffmann an, dass das Projekt zur Renovierung der  Pulver- und Ortsstraße in St. Vith wahrscheinlich im Sommer den Anwohnern vorgestellt werde. Ausgeführt wird das Projekt dann voraussichtlich im kommenden Jahr.

rasch