BERT-Wettbewerb: RSI-Schüler überzeugen SNCB mit ihren Ideen

Die Schüler der Abteilung Informatik-Elektronik des Robert-Schuman-Instituts (RSI) haben am Montag den ersten Preis beim nationalen BERT-Wettbewerb gewonnen. Sie haben eine Lösung für das Problem der Fahrradbeförderung in Eisenbahnzügen entwickelt.

RSI-Schüler gewinnen BERT-Wettbewerb (Bild: RSI)

RSI-Schüler gewinnen BERT-Wettbewerb (Bild: RSI)

Dabei handelt es sich um den „Belgian Railways competition for Technicians“. Aufgabe im Wettbewerb war es, Ideen und Lösungsansätze für die Zugfahrt mit dem Fahrrad zu entwickeln. Das RSI hat zum zweiten Mal an dem Wettbewerb teilgenommen und zum zweiten Mal den ersten Preis gewonnen. Dieser beinhaltet 5.000 Euro für die Schule und 200 Euro in Form von Reise-Gutscheinen für jeden Schüler.

Nachhaltig reisen kann beispielsweise so aussehen: Man radelt bis zum Bahnhof, nimmt dann den Zug und danach radelt man wieder weiter. Allerdings läuft das Zugfahren mit einem Fahrrad als Gepäck nicht immer optimal. Zum einen nehmen die Räder viel Platz ein und auch eine Diebstahlsicherung gibt es in den Zügen nicht.

Um diese Probleme zu lösen, hat die belgische Eisenbahngesellschaft SNCB den Wettbewerb gestartet und Schüler in ganz Belgien aufgefordert, Lösungen zu entwickeln. Besonders überzeugt war die Eisenbahngesellschaft von dem Team des Robert-Schuman-Instituts.

Ein großer Pluspunkt: Ihr Projekt behebt gleich mehrere Probleme. Dafür hat sich die Klasse in drei Gruppen aufgeteilt. Zum einen geht es darum, Fahrräder platzsparend und sicher zu befestigen. Dafür hat eine Teilgruppe einen Haken entwickelt, den man an der Gepäckstange über dem Sitz befestigt. Wie ein Kleiderhaken – nur eben größer -, an dem man sein Fahrrad – senkrecht oder waagerecht – hängen kann.

„Wir haben auf dem Zeichenprogramm einen Haken entwickelt und designt und dann im 3D-Drucker gedruckt. Die ersten Entwürfe haben wir dann im Zug getestet, dabei Fehler entdeckt und dann neue Haken entwickelt“, so der Schüler Marvin Schumacher. Auch Haken-Modelle für kleinere Räder oder mehrere Räder haben die Schüler – Marvin Schumacher und Philip Schmetz – entwickelt.

Team Haken: Marvin Schumacher und Philip Schmetz (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Team Haken: Marvin Schumacher und Philip Schmetz (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Damit die Fahrräder auch wirklich sicher hängen, haben sich die Schüler noch etwas ausgedacht. „Wir haben eine Schiene gemacht, die unter den Sitzen liegen soll. Das sorgt für mehr Stabilität“, erzählt Schüler William Falkenberg. Fertig gestellt wurde die Schiene aus Blech von der RSI-Mechanik-Abteilung. Auch hier hat das Team – bestehend aus den Schülern William Falkenberg und Islam Demir – mit der Zeit Anpassungen machen müssen. Zum Beispiel musste die Schiene je nach Fahrradmodell dicker sein. Auch an die Bedürfnisse von beeinträchtigten Menschen haben die RSI-Schüler gedacht.

Team Schiene: William Falkenberg und Islam Demir (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Team Schiene: William Falkenberg und Islam Demir (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Das dritte Projektteam in der Klasse hat sich der Diebstahlsicherung gewidmet. „Unser Teilprojekt ist ein Schloss. Dafür haben wir etwas genutzt, das die Leute kennen“, so Schülerin Safia Lakhali, „nämlich ein Schloss vom Einkaufswagen und das haben wir mit einem Motor modifiziert und steuern es über eine Kommandozentrale.“ Die Kommandozentrale funktioniert über Touchscreen. Auch die wurde von den Schülern Safia und Luc Ahn programmiert.

Team Schloss: Safia Lakhale und Luc Ahn (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Team Schloss: Safia Lakhale und Luc Ahn (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Haken, Schiene und Schloss – die Jury war von den Ideen überzeugt. Am Montag hat die RSI-Klasse ihr Projekt in Brüssel vorgestellt – und zwar mehrsprachig, auf Deutsch und Französisch. Ihr Lehrer Etienne Simar ist mehr als zufrieden: „Es ist für mich besonders eine menschliche Erfahrung. Das ist für mich das Wichtigste. Ich bin sehr stolz, ihr Lehrer zu sein.“

Die ein oder andere Zusatzstunde hat sich also für den Lehrer und die Schüler gelohnt. Schließlich konnten sie national überzeugen – und möglicherweise setzt die SNCB ihre Ideen bald auch in den Zügen um.

Raffaela Schaus