Von wegen Traumwetter: Ackerpflanzen brauchen mäßige Abkühlung

Bei den hohen Temperaturen sucht man gerne Erfrischung im kühlen Nass. Aber in manchen Bereichen ist das mit der Wasser-Abkühlung nicht so leicht, so auch in der Landwirtschaft. Welche Auswirkungen die Trockenheit für ostbelgische Landwirte hat, erklärt Roger Croé aus Raeren.

Landwirt Roger Croé (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Landwirt Roger Croé (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

In Raeren baut Roger Croé Mais und Winterweizen als Futter für seine Kühe an. Noch ist genug Futter für sie da. Aber wer weiß, wie die nächste Ernte wird. „Bis jetzt halten sich die Schäden noch in Grenzen. Aber wenn es nicht bald regnet, dann sieht es schlecht aus. In verschiedenen Regionen wird es schlimm. Wir wären alle froh, wenn Regen käme. “

Sonnenbrille auf und Sonne genießen – von wegen. Gute Laune bekommen Landwirte bei diesem Wetter ganz bestimmt nicht. „Ich finde es lustig, wenn man in den Nachrichten hört: Man darf auf ein schönes Wochenende hoffen“, erklärt Ingrid Mertes, Geschäftsführerin Bauernbund Ostbelgien.

„Da sieht man, wie die Erwartungen auseinander gehen. Für die Landwirte wäre es ein schönes Wochenende, wenn es nieseln würde von morgens bis abends. Oder ein Kompromiss für die Radfahrer: Trocken 9 bis 17 Uhr und sonst würde es durchgehend fein brav regnen. Das ist das, was die Natur braucht.“

Die Erde ist momentan so trocken wie Staub. Gut, dass der vor kurzem gesetzte Mais wetter-resistent ist. Seine Wurzeln reichen noch bis zum tief gelegenem Wasser im Boden. Zum Glück ist aber jetzt Regen gemeldet – der kommt zum richtigen Zeitpunkt. „Logisch kommt das zum richtigen Zeitpunkt. Aber es darf nicht zu viel auf einmal fallen. Uns ist lieber, wenn es verteilt fällt“, so Roger Croé.

„Aber wir haben festgestellt: Wenn es eine längere Trockenperiode gibt, kann man davon ausgehen, dass sich Unwetter anbahnen. Dann wird es ein Problem. Denn Hagel ist jetzt angesagt und das ist nicht gut für die Maispflanzen, die jetzt ein paar Zentimeter erst raus sind. Da könnte viel Schaden entstehen.“

Schaden, der bei den Weizenpflanzen aber teilweise schon entstanden ist, erklärt der Landwirt. „Wenn das einmal zu trocken ist, regenerieren die nicht mehr, dann ist der Verlust schon da. Bei nur Sonne vertrocknen sie, dann ist die Ernte dahin.“ Besser regenerieren sich nach Trockenperioden dafür Roger Croés Grünflächen.

Landwirt Roger Croé zeigt, wie trocken die Erde ist (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Bild: Raffaela Schaus/BRF

Je nach Ortschaft geschieht das mit dem Vertrocknen übrigens schneller als anderswo. „Wenn man gerade in der Gemeinde Burg-Reuland Südhänge hat mit dünner Bodenschicht, wo Sonne den ganzen Tag drauf scheint, da sieht die Situation anders aus als hier bei Roger Croé, wo man viele ebene Flächen hat und tiefere Böden“, sagt Ingrid Mertes.

Roger Croé bleibt jedenfalls optimistisch. In seinen 35 Jahren als Landwirt ist der Regen immer noch zum rechten Zeitpunkt gekommen, wie er sagt.

Landwirt Roger Croé und Ingrid Mertes, Geschäftsführerin des Bauernbunds Ostbelgien (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Landwirt Roger Croé und Ingrid Mertes, Geschäftsführerin des Bauernbunds Ostbelgien (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Raffaela Schaus