ASL begrüßt geplantes Glücksspiel-Werbeverbot

Die Arbeitsgemeinschaft für Suchtvorbeugung und Lebensbewältigung (ASL) begrüßt den Vorstoß von Justizminister Vincent Van Quickenborne, Werbung für Glücksspiele zum Ende des Jahres zu verbieten.

Glücksspiel (Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga)

Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga

Das Vorhaben des flämisch-liberalen Justizministers Vincent Van Quickenborne, Werbung für Glücksspiele zum Ende dieses Jahres zu verbieten – und zwar sowohl im Radio also auch in Fernsehen und Printmedien – sorgt für viel Wirbel.

Hintergrund für den Vorstoß ist die Corona-Pandemie. Der Justizminister sagt, dass die Zahl der Spieler in der Krise stark zugenommen habe. Die Anzahl junger Menschen, die um Geld spielten, sei in den letzten zwei Jahren um 43 Prozent gestiegen.

Außerdem zeigten internationale Untersuchungen, so sagt Van Quickenborne, dass 40 Prozent der Gewinne von Glücksspielunternehmen von Menschen mit einer Spielsucht generiert werden. Hinter diesen Zahlen stecke viel Leid – und daran soll das Werbeverbot etwas ändern.

Werbeverbot wäre ein Anfang

Die ASL, die Arbeitsgemeinschaft für Suchtvorbeugung und Lebensbewältigung, hat auch Erfahrung mit Spielsüchtigen. Geschäftsführerin Caroline Scheliga hält ein Werbeverbot zwar nicht für das Allheilmittel, aber dennoch für einen wichtigen ersten Schritt.

Sie zieht einen Vergleich zum Tabakwerbeverbot, das zu einem Rückgang der Raucherzahlen geführt habe. „Damit wird man zwar nicht gleich alle Probleme aus der Welt schaffen, aber als Tabakkontrollmaßnahme hat das Tabakwerbeverbot einen deutlichen Trend beim Tabakkonsum nach unten bewirkt.“

Dabei denkt Caroline Scheliga vor allem an Kinder und Jugendliche, die besonders anfällig sind für Werbebotschaften. Auch das belegen Studien.

Übergangsfrist für Profi-Fußball geplant

Allein in der 1. Fußball-Division machen 16 der 18 Vereine in irgendeiner Form Werbung für Glücksspiele, sei es durch die Trikots oder durch Bandenwerbung im Stadion. Das soll sich auch ändern.

Wobei es da Widerstand gibt – es geht schließlich um große Sponsoren, um viel Geld. Der Minister plant für die Vereine eine Übergangsfrist für ein Werbeverbot bis 2025. Bis dahin sollen Glücksspiel-Unternehmen aber ausschließlich mit ihrem Logo werben dürfen und nicht mit Slogans oder Werbespots.

Diskussion sorgt für Aufmerksamkeit

Vor allem freut es Caroline Scheliga, dass durch den Plan des Ministers das Problem der Spielsucht nochmal thematisiert wird. „Ich finde die Diskussion super interessant, weil sie nochmal zeigt und ins Bewusstsein der Menschen rückt, dass es problematisch werden kann“, so Scheliga.

„Glücksspiel ist eben nicht nur Lotto, wo ich einmal die Woche 20 Euro los bin, sondern Glücksspiel kann auch bedeuten, dass man eine Abhängigkeit entwickelt und in große finanzielle Schwierigkeiten kommt.“

jp/mg/sh