Ostbelgische Museen möchten mehr Touristen anziehen

Ostbelgische Museen machen in Zukunft gemeinsame Sache, um besser für sich zu werben. So sollen mehr Touristen, aber auch mehr Einheimische, den Weg in die Museen finden. Corona hatte auch dieser Branche stark zugesetzt - nun entspannt sich die Situation zunehmend.

Museen haben mit Sicherheit keine einfache Zeit hinter sich. Als Kulturstätten fielen sie den Corona-Einschränkungen oft als erstes zum Opfer. Doch so langsam ist Besserung in Sicht. Das weiß auch Barbara Bong, stellvertretende Museumsleiterin des Töpfereimuseums Raeren. „Wir kehren wieder in normale Zeiten zurück. Und das ist recht schön, denn während Corona sind vor allem die internationalen Besucher ausgeblieben. Jetzt so langsam kehrt wieder Leben in die Museen zurück.“

Und genau das soll jetzt umso mehr gefördert werden. Das Museum Vieille Montagne, das Töpfereimuseum, das Eupener Stadtmuseum, das Ikob, der Rechter Schieferstollen, das ZVS-Geschichtsmuseum und das Malmundarium möchten gemeinsame Sache machen – und das in Kooperation mit der ostbelgischen Tourismusagentur.

Entstanden ist eine gemeinsame PR-Kampagne, wie Direktorin Sandra De Taeye erklärt. „Für mich liegt die Besonderheit darin, dass wir im Verbund arbeiten möchten und dass sich jedes Museum nicht mit seiner Besonderheit alleine sieht. Sondern dass diese Vielfalt die Identität Ostbelgiens ausmacht.“

Diese Identität steht auch in dem dazugehörigen Werbevideo im Mittelpunkt. Das Video richtet sich vor allem an jüngere Leute. Es gibt einen Eindruck, wie Ostbelgien in den Museen dargestellt wird. Ob aus künstlerischer, kultureller, folkloristischer oder wirtschafts-historischer Sicht – hier soll für wirklich jeden Besucher etwas dabei sein.

„Natürlich richten wir uns in unserer Kommunikation sowohl an Gäste als auch an die Einwohner Ostbelgiens. Der Tourismus sorgt für eine gewisse Lebensqualität hier in Ostbelgien. Und dass es diese Museen hier gibt, ist in erster Linie auch, um die Geschichte der Ostbelgier zu wahren.“

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Die TAO möchte die ostbelgische Museenlandschaft in einem Marketingplan regelmäßig bewerben, als Ergänzung zum Freizeitstandort Ostbelgien. Ein Aspekt, der auch den Museen wichtig ist. „Dass man eigentlich die Museen wahrnimmt. Dass man öffentlich sieht, dass Museen und Kultur auch zur Freizeit und zum Tourismus gehören. Die beiden Welten können gut zusammenarbeiten und stärken sich und schließen sich nicht aus“, findet Céline Ruess, die Leiterin des Museums Vieille Montagne.

Und auch Barbara Bong vom Töpfereimuseum erhofft sich einiges von der engeren Zusammenarbeit. „Ich hoffe, dass die sich in den nächsten Jahren auf jeden Fall so weiterentwickeln wird. Wir haben ja in den letzten Jahren schon eine Nacht der Museen organisiert – die soll jetzt zum Beispiel alle zwei Jahre stattfinden. Ich finde das eine ganz tolle Initiative und ich glaube, da kann nur Gutes rauskommen.“

Andreas Lejeune