Gemeinde Amel sucht einen Promotor für den Bürgerwindpark an der Autobahn

Der Gemeinderat von Amel sucht einen Promotor für den Windpark, der entlang der Autobahn E42 im Wald entstehen soll. Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl ist die Beteiligung der Gemeinde und der Bürger.

Autobahnauffahrt Kaiserbaracke zwischen Recht und Born, in Richtung Malmedy

Die Windräder sollen entlang der Autobahn E42 nicht weit von der Auffahrt Kaiserbaracke Richtung Malmedy stehen (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Amels Energieschöffe Patrick Heyen erklärte im Gemeinderat, worauf es ankommt. Im Detail war die Dienstleistungskonzession für das Errichten und den Betrieb von Windenergieanlagen schon bei einer inoffiziellen Sitzung besprochen worden.

Schon im Herbst 2020 hatten die Mitglieder des Gemeinderates sich für einen Bürgerwindpark ausgesprochen. Daraufhin wurde der Stromnetzbetreiber Ores aufgefordert, Einspeisekapazitäten von bis zu 25 Megawatt zu reservieren. Ein Projektentwickler hat in der Zwischenzeit mit einer Arbeitsgruppe des Gemeinderates ein Lastenheft ausgearbeitet, das nun einstimmig genehmigt wurde.

Es verzeichnet auch die im Nadelwald des Wolfsbuschs entlang der Autobahn liegenden Parzellen, die dafür in Frage kommen. Wo genau die Windräder stehen sollen, muss der Promotor vorschlagen. Und auch wie die Gemeinde direkt oder indirekt beteiligt werden kann, etwa indem sie „ganz oder teilweise“ das Eigentum „an einer oder mehreren Windenergieanlagen“ erwirbt.

Außerdem verpflichtet sich der Bieter, mindestens 24,99 Prozent des Kapitals (oder eben mehr) einer anerkannten Bürgergenossenschaft zur Verfügung zu stellen.

„Planungsverfahren viel zu lang“

Das Lastenheft muss nun noch von der Aufsichtsbehörde gutgeheißen werden, mit einer Ausschreibung ist nicht vor dem Sommer zu rechnen, ganz zu schweigen von der Umsetzung: „Wir reden hier über mehrere Jahre“, erklärte Amels Bürgermeister Erik Wiesemes, „in der Hoffnung, dass nicht auch dieses Projekt gekippt wird und vor dem Staatsrat landet“ – womit er auf das gemeinsame Windparkprojekt mit der Gemeinde Büllingen (zwischen Hepscheid und Honsfeld) anspielte.

Die Planungsverfahren seien viel zu lang und die Gesetzeslage ungenau. Das mache ein Projekt angreifbar und führe zu langwierigen und teuren Gerichtsverfahren. Außerdem müssten unbedingt die Umspannwerke und die großen Transportleitungen durch Elia verstärkt werden, um den erzeugten Strom überhaupt einspeisen zu können.

Dorfbüro in der Bibliothek in Amel

In einem weiteren Punkt genehmigte der Gemeinderat, im früheren Kindergartengebäude Zum Bambusch in Amel – genauer gesagt in der Bibliothek – ein Dorfbüro einzurichten. Die Gemeinde Amel erhält von der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft 15.000 Euro für Ausstattungskosten.

Erst einmal handelt es sich um zwei Arbeitsplätze mit der nötigen Infrastruktur (Internetverbindung, Drucker, Scanner, Kopierer …), die zeitlich flexibel wochentags angemietet werden können. Die Gemeinde werde schauen, wie sich die Nachfrage entwickelt, sagte Erik Wiesemes. Je nachdem müsse dann ein neuer Standort gesucht werden, da der Bibliotheksbetrieb nicht beeinträchtigt werden soll.

Gutscheine für die sichere Heimfahrt

Damit Junggesellenvereine oder KLJ-Gruppen für ihre Ausflüge Busse oder Kleintransporter nutzen können, gewährt ihnen die Gemeinde Amel je sechs Gutscheine über 50 Euro. Die Junggesellenvereine oder KLJ-Gruppen entscheiden selbst, wie viele Gutscheine sie auf einmal einlösen. Vorzugsweise sollen Anbieter aus der Gemeinde Amel gebucht werden.

Berthold Müller nahm erst an, es handele sich um eine Kompensationsmaßnahme wegen der Einschränkungen durch die Pandemie. Er regte an, die Corona-Zuschüsse mit dem nötigen Abstand zu überprüfen. Das Gießkannenprinzip sei „nicht überall glücklich“ gewesen. Das Gemeindekollegium konnte in diesem Fall allerdings berichtigen, dass die Bus-Gutscheine nichts mit der Pandemie zu tun hätten. Es handele sich um eine Maßnahme, um den Mitgliedern der Junggesellenvereine und KLJ-Gruppen eine möglichst sichere Fahrt zu gewährleisten.

Nach zwei Jahren wieder im Gemeindehaus

Der Ameler Gemeinderat tagte nach zwei Jahren coronabedingter Suche nach größeren Ausweichräumen wieder im Gemeindehaus. Zu Beginn der Sitzung legte er eine Schweigeminute ein für den kürzlich verstorbenen Ewald Luxen, der von 1994 bis 2000 dem Gemeinderat angehört hatte.

Stephan Pesch