Zu viele Lebensmittel: Weitergeben statt wegwerfen

Belgien gehört zu den Ländern, in denen am meisten Lebensmittel weggeworfen werden. Besonders in der Weihnachtszeit wird viel verschwendet, wie aus einer Umfrage hervorgeht. Aber es gibt eine Lösung: Teilen statt wegwerfen - Foodsharing und Fair-Teiler sind auch in Ostbelgien Wege gegen die Lebensmittelverschwendung.

Familie beim Weihnachtsessen

© Bildagentur PantherMedia / FamVeldman

Wer kennt das nicht: Vor den Feiertagen wird jede Menge eingekauft, meistens ist es zu viel und nach dem Fest wird dann einiges weggeworfen. Die Lebensmittelverschwendung ist aber das ganze Jahr über ein Problem. Ein Drittel aller Lebensmittel landet laut Welternährungsorganisation FAO auf dem Müll.

Belgien hat einen unrühmlichen Platz auf der „Hitparade der Lebensmittelverschwendung“. Laut Zahlen der FAO gehört Belgien zu den Ländern, in denen am meisten weggeworfen wird. Hier landen jedes Jahr mehr als 3,5 Millionen Tonnen Nahrungsmittel in der Mülltonne – Nahrungsmittel, die eigentlich noch verzehrt werden könnten.

Ganz besonders schlimm ist es zu Weihnachten. Das belegt auch eine Umfrage, die zwischen dem 24. November und dem 6. Dezember in Belgien durchgeführt wurde. Demnach kaufen 83 Prozent der Belgier in der Weihnachtszeit zu viele Lebensmittel ein – also mehr, als sie brauchen. Für 58 Prozent der Befragten ist die Weihnachtszeit die Zeit, in der sie die meisten Lebensmittel verschwenden. 13 Prozent gaben zu, Festessen wegzuwerfen.

Aber was tun, wenn Lebensmittel übrig bleiben, für die man keine Verwendung mehr hat? Eine Möglichkeit ist das Foodsharing – also Essen zu teilen anstatt wegzuwerfen. In Ostbelgien gibt es diese Initiative seit drei Jahren. Mittlerweile gibt es hier elf sogenannte Fair-Teiler: Neun stehen im Norden der DG, einer in Büllingen und einer in St. Vith. Dort kann man Lebensmittel, die noch genießbar sind, hineinstellen. Wer etwas zuviel hat, stellt es rein. Wer etwas braucht, kann sich dort bedienen.

In den Fair-Teiler darf grundsätzlich alles Essbare, das in einem einwandfreiem Zustand ist, zu Hause aber keine Abnehmer mehr findet. Besonders gut eignen sich Obst und Gemüse oder Brot, ganz unkompliziert sind trockene Lebensmittel wie Tee und Kaffee, Süßigkeiten – zum Beispiel Schokoladen-Nikoläuse oder Printen. Also alles, was nicht so schnell verdirbt.

Nicht in den Schrank gehören Reste vom gekochten Festessen, Eier und Milchprodukte oder überhaupt alles, was man kühl halten muss, wie auch Fleisch oder Fisch. Gefrorenes und Alkohol sind tabu.

Es gibt auch die Facebook-Gruppe „Foodsharing Ostbelgien“. Deren Mitglieder tauschen untereinander Lebensmittel bzw. posten Infos und Fotos, teilen mit, wo man welches Essen abholen kann. Das geht dann auch mit gekochtem Essen oder Lebensmitteln, die gekühlt werden müssen oder anderen Dingen, die nicht in den Schrank gehören.

Infos dazu gibt es auf Foodsharing Ostbelgien. Dort findet man dann auch eine Liste mit den Standorten der Fair-Teiler-Schränke.

mb/km