Lü: In Bewegung lernen am ZFP

Im Zentrum für Förderpädagogik gibt es seit dem Frühjahr etwas Neues im Sportunterricht: "Lü - Das interaktive Spielfeld" ermöglicht es den Sportlehrern, Bewegung und Lernstoff zusammenzubringen.

Das interaktive Spielfeld "Lü" (Bild: Christoph Heeren/BRF)

Das interaktive Spielfeld "Lü" (Bild: Christoph Heeren/BRF)

„Jetzt haben wir die PlayStation quasi in die Sporthalle gebracht.“ So beschreibt Zeno Mennicken, Sportlehrer am ZFP, das Lü. Aufgaben werden auf eine Wand projiziert und die richtigen Antworten müssen abgeworfen werden. Sportübungen werden vorgegeben und die Zeit läuft ab. Das Ganze wird von Licht- und Soundeffekten begleitet. Die Kinder sind mit vollem Spaß dabei.

Ein großer Kasten mit Spots und zwei Musikboxen, dazu ein Beamer und mehrere Tracker – viel Material für das interaktive Spielfeld. Die Handhabung mit einer Fernbedienung ist aber sehr einfach.

Beim ZFP haben sie die Anschaffung nicht bereut. Boris Cremer, der Schulleiter der Förder-Sekundarschule, beschreibt, wie die Idee dazu gekommen ist, die ohne die Sponsoren nicht umzusetzen war: „Zeno Mennicken, einer unserer Sportlehrer, hat das in einer Weiterbildung kennengelernt und war auf Anhieb total begeistert“, so Cremer.

„Dann haben wir alles daran gesetzt, das auch wirklich anschaffen zu können. Das war richtig viel Arbeit und wir konnten auch nicht alles selber finanzieren. Da sind wir sehr dankbar, dass wir Sponsoren gefunden haben, vor allem viele Service-Clubs, die auch auf Anhieb total angetan waren von dem Lü. Und wir sind jetzt froh, dass wir es haben.“

Die Inhalte wie Fragen und Antworten kann der Lehrer selbst bestimmen und auf die Schüler abstimmen. Neue Herausforderungen gibt es im Monatsrhythmus. Auch die kann man ganz einfach herunterladen, erklärt Zeno Mennicken.

„Es ist sehr einfach umsetzbar. Man muss quasi nur wie am Computer ein Update machen. Wir machen das immer nachts, so bekommen die Schüler davon nichts mit. Die Apps sind sehr leicht umsetzbar. Es ist eine Top-Anschaffung.“

Das Konzept kommt eigentlich aus einer ganz anderen Branche. Yannick Pirali, zuständig für den Vertrieb in Europa, erzählt: „Der Erfinder von Lü ist jemand, der aus der Welt von immersiven Erlebnissen für Museen und Theater kommt. Das ist ja eine ganz eigene Branche“, so Pirali.

„Dieses Storytelling ist da sehr präsent. Als er dann selber Kinder hatte, die zur Schule gingen, hat er sich die Frage gestellt: Was kann ich für ein Konzept entwickeln, das dafür sorgt, dass meine Erfindung auch bei der Erziehung meiner Kinder nützlich ist?“

Mit Lü kann man auch Hintergründe für Theaterstücke einblenden. In den Niederlanden wird es auch in anderen Unterrichten als dem Sportunterricht verwendet. Beim ZFP zeigt man sich mit der Anwendung im Sportunterricht sehr zufrieden und möchte den Entwicklungen in dem Bereich aufmerksam folgen.

Christoph Heeren