Springprozession von Echternach zählt zum Weltkulturerbe

Die Springprozession von Echternach zählt ab sofort zum Weltkulturerbe. Bei einer Konferenz in der kenianischen Hauptstadt Nairobi machten die Unesoco-Experten das Event im Großherzogtum zum "immateriellen Weltkulturerbe". Die traditionelle Pfingstprozession zu Ehren des heiligen Willibrord dürfte nach Meinung von Beobachtern durch die Ehrung künftig noch mehr Besucher nach Echternach locken.

15.000 Menschen bei Echternacher Springprozession 2010

Singend, betend und springend: Echternacher Springprozession begeistert tausende Menschen

Neben der Echternacher Springprozession gelten künftig jahrhundertealte Traditionen wie die chinesische Dschunkenbautechnik oder der Ojikanje-Gesang aus Kroatien als besonders schützenswertes Kulturgut.

Die Weltkulturorganisation Unesco erklärte auf ihrer Konferenz über sogenannte immaterielle Kulturgüter in der kenianischen Hauptstadt Nairobi insgesamt vier Volkstraditionen für besonders schützenswert.

Die in Südchina entwickelte Dschunkenbautechnik mit wasserdichten Schiffsteilen beherrschen angesichts der Nachfrage nach modernen Schiffen nur noch drei Handwerker, wie es hieß.

Nur noch elf Menschen, alle bereits älter als 50 Jahre, sind mit der gesamten Technik chinesischer Holzdruckerei vertraut, die ebenfalls für schützenswert erklärt wurde.

Bedroht sieht die Unesco auch die Tradition des «Meschrep» bei der Minderheit der Uiguren in China. Bei dem Festival, das auch der Weitergabe von Traditionen und herkömmlichem Wissen dient, hätten Industrialisierung und Abwanderung in Städte zum Verlust der alten Kultur geführt. Viele Akrobaten und Sänger verstünden nicht mehr wirklich den Inhalt des Festivals, hieß es bei der Begründung der besonderen Schutzbedürftigkeit am Dienstag.

Landflucht hat auch in Kroatien dazu beigetragen, dass die Zahl der Sänger, die den Ojikanje-Kehlgesang aus dem dalmatischen Hinterland beherrschen, stark gesunken ist.

Lux.Wort/RKR/dpa/jd - Bild:LuWo