Erster Schultag: André Bulkaert ist neuer Direktor der Gemeindeschule Kelmis

Für die Kindergartenkinder und Primarschüler hat das neue Schuljahr begonnen. Nach Homeschooling und Hybridunterricht im letzten Jahr konnten jetzt wieder alle Schüler im Präsenzunterricht starten. Besonders für die Erstklässler war es ein aufregender Tag. Aber nicht nur für sie, auch für manchen Schulleiter - zum Beispiel in der Gemeindeschule Kelmis.

André Bulkaert (r) ist der neue Direktor der Gemeindeschule Kelmis (Bild: Michaela Brück/BRF)

André Bulkaert (r) ist der neue Direktor der Gemeindeschule Kelmis (Bild: Michaela Brück/BRF)

⌉Sie nennen ihn seit Jahren Monsieur André. Ab jetzt ist er auch Monsieur le Directeur. Der Ur-Kelmiser André Bulkaert war bislang Kindergärtner und hat nun die Leitung der Gemeindeschule Kelmis übernommen – wohl eine Premiere in der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Insgesamt 420 Kinder zählen der Kindergarten und die Primarschule in Kelmis. „Wir haben wieder einen kleinen Aufwärtstrend. Letztes Jahr sind die Zahlen etwas zurückgegangen. Für dieses Schuljahr haben wir mittlerweile 40 Neueinschreibungen – also ein positiver Trend nach oben“, erklärt Bulkaert.

André Bulkaert ist in der Gemeindeschule fest verwurzelt. Er ist schon selbst hier zum Kindergarten gegangen und hat später seine berufliche Laufbahn hier gestartet. Heute ist der 59-Jährige dienstälteste Lehrkraft der Gemeindeschule Kelmis.

Im Oktober 1983 hat er angefangen – als Kindergärtner. „Es war damals ungewöhnlich. In Belgien war ich der dritte Kindergärtner, in der Provinz Lüttich der erste. Ein Mann in einem Frauenberuf – heute findet man das normal. Aber damals war das noch nicht so. Ich erinnere mich, dass damals eine Mutter ihr Kind von der Schule geholt hat, nur weil ich ein Mann war.“

Mittlerweile hat die Gemeindeschule Kelmis noch einen zweiten Kindergärtner. Doch die weiblichen Lehrkräfte überwiegen nach wie vor: 35 Frauen und sechs Männer zählt das Kollegium. „Im Moment habe ich genug Lehrer. Jetzt hoffe ich, dass all meine Lehrkräfte gesund bleiben. Denn einen längeren Ersatz würden wir nicht schnell finden. Der Lehrermangel ist da, besonders in der deutschsprachigen Abteilung, in der französischsprachigen Abteilung könnte man noch eventuell eher jemanden finden.“

Das neue Schuljahr verknüpfen Lehrer wie Schüler und Eltern mit der Hoffnung, dass bald wieder Normalität in den Unterrichtsalltag einkehrt. Der September gilt als Testmonat, in dem noch einige Corona-Regeln eingehalten werden müssen. „Wir halten die Blasen ein wie letztes Jahr. Die Kinder sitzen immer an derselben Stelle.“

„Die Kinder müssen keine Maske anziehen, die Erwachsenen wohl. In der Blase können die Lehrer die Maske ausziehen. Aber sobald wir von A nach B gehen, müssen wir die Maske tragen. Es ist schon etwas lockerer als Anfang letzten Jahres.“

Schulstart an der Gemeindeschule Kelmis (Bild: Michaela Brück/BRF)

Bild: Michaela Brück/BRF

André Bulkaert kann das neue Schuljahr und seine neue Aufgabe als Direktor gelassen angehen. Seine Vorgängerin Patricia Maats hat das Programm gut vorbereitet. Sie ist in den Lehrerberuf zurückgekehrt. Der Kontakt zu den Kindern wird Monsieur André fehlen. „Das ist für mich eine ganz große Änderung. Der Kontakt mit den Kindern hat mich an meinem Beruf gereizt. Das hat mir immer gut gefallen.“

„Jetzt wird das anders. Jetzt sehe ich mehr Leute, aber nicht mehr so intensiv. Das ist die Challenge für die nächsten zwei Jahre bis zu meiner Rente.“ Dafür haben ihm die Kollegen viel Glück und Erfolg gewünscht – mit einer Schultüte – natürlich selbst gebastelt – für Monsieur André, ihren neuen Direktor.

Michaela Brück