Schulen starten optimistisch ins neue Schuljahr

Schüler haben im vergangenen Jahr verzichten müssen: Die beliebten Schulausflüge fanden nicht statt und beim online Lernen fiel es schwer, motiviert zu bleiben. Das neue Sekundarschuljahr startet mit vielversprechenden Lockerungen.

Königliches Athenäum St. Vith (Bild: Julia Slot/BRF)

Königliches Athenäum St. Vith (Archivbild 2018: Julia Slot/BRF)

Es geht wieder los: Das neue Schuljahr steht in den Startlöchern. Nach den Erfahrungen der letzten beiden Schuljahre ist einigen vermutlich etwas mulmig zumute. Doch die Zeichen stehen günstig und die Maßnahmen werden zum Schulanfang gelockert.

Der Direktor des Bischöflichen Instituts Büllingen, Philippe Noël, sieht dem Schulstart positiv entgegen: „Ich bin optimistisch, dass wir ein besseres Schuljahr erleben werden, als wir es in den letzten eineinhalb Jahren erleben mussten. Die Rahmenbedingungen sind schon einfacher. Die Maskenpflicht ist nicht mehr so streng wie letztes Jahr.“

Helga Huberty ist pädagogische Koordinatorin am Königlichen Athenäum in St Vith. Sie ist ebenfalls guter Dinge und beschreibt die gelockerte Maskenpflicht in der Schule so: „Die Schüler müssen die Maske nur noch tragen, wenn sie in Bewegung sind. Das heißt, wenn sie sich innerhalb der Klasse bewegen oder durch die Flure gehen. In der Klasse dürfen sie die Maske abnehmen, wenn sie sitzen. Dasselbe gilt für die Lehrer. Das ist doch schon eine große Erleichterung.“

CO2-Messung

Auf dem Schulhof besteht gar keine Maskenpflicht mehr. Und es gibt noch etwas, das am Athenäum wieder wie vor Corona ist. Die Eltern der Schüler des ersten Sekundarschuljahres dürfen ihr Kind am 1. September zur Schule begleiten. Klar ist aber auch, dass die Klassen ab dem zweiten Schultag wieder voller werden. Denn dann kehren alle Schüler zum Präsenzunterricht zurück.

Ein Hilfsmittel sind die Geräte, die den CO2-Gehalt der Luft messen. „Alle Klassen sind damit ausgestattet worden in den letzten Monaten. Das Gerät piept, wenn der CO2-Gehalt in der Klasse zu hoch ist und das bedeutet dann: lüften! Lüften ist ein ganz wichtiger Faktor. Da ist es schon eine Hilfe, wenn man hört, dass man handeln muss“, sagt Helga Huberty.

Feste Plätze

Nach Möglichkeit sollen die Schüler feste Plätze in den Klassenräumen einnehmen. So kann gut nachvollzogen werden, wer neben wem gesessen hat, wenn es einen positiven Fall in der Klasse geben sollte. Im Schulalltag gestaltet sich das manchmal schwierig, weiß Philippe Noël: „Wir haben den Vorteil als kleine Sekundarschule, dass die Gruppen eher klein sind. Daher kann man die Schüler auch weiter auseinander setzen. In den größeren Gruppen versuchen wir schon, dass die Schüler einen festen Platz bekommen. In den höheren Klassen, wo es mit den Wahlfächern viele Wechsel gibt, ist das immer etwas schwieriger. Aber wir versuchen, das nach besten Möglichkeiten umzusetzen.“

Mehr Normalität

Helga Huberty hofft, dass die fortgeschrittene Impfkampagne zum Gelingen des Schuljahres beitragen wird und dass die Maßnahmen nach dem Testmonat September weiter gelockert werden können. „Fast alle Kollegen sind auch geimpft. Das führt dazu, dass die Kollegen entspannter in das Schuljahr gehen. Für einige, vor allem für ältere Kollegen war es nicht immer so einfach. Die Impfung führt hoffentlich dazu, dass wir nicht mehr ständig Schüler in Quarantäne haben.“

Die Corona-Infektionen steigen zwar, aber die Zahl der Krankenhausaufnahmen ist zurzeit nicht besorgniserregend. Die Zeit ist also reif für mehr Normalität. Und dazu gehören auch außerschulische Aktivitäten und Animationen in den Klassen. „Sonst ist schon vieles so, wie es immer war. Der Monat September ist jetzt noch ein Startmonat, wir sollen alles vorsichtig angehen. Aber wir hoffen, dass wir danach auch wieder Ausflüge und Reisen machen dürfen und dass auch wieder Drittpersonen in die Schulen kommen dürfen“, so Helga Huberty. So sieht es auch Philippe Noël. Im Monat September werden einige Maßnahmen beibehalten – in der Hoffnung, dass sich die Lage im Herbst weiter beruhigt.

Chantal Scheuren