Hauset: Freiwillige rupfen Indisches Springkraut aus

Das Indische Springkraut wuchert an mehreren Orten in Ostbelgien. Ein Hotspot ist der Rotsiefbach in Hauset. Dort verdrängt die invasive Pflanze heimische Pflanzenarten und schadet der Qualität des Baches. Am Wochenende haben sich Freiwillige zum Schutz der Natur aufgemacht und Indisches Springkraut ausgerupft.

Das Indische Springkraut lässt sich wegen seiner flachen Wurzeln leicht ausrupfen (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

Das Indische Springkraut lässt sich wegen seiner flachen Wurzeln leicht ausrupfen (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

Der Rotsiefbach plätschert vor sich hin – in schönster Natur und umgeben von sattem Grün. Doch die Idylle ist getrübt. Unter den heimischen Pflanzen wächst Indisches Springkraut und bedroht die Artenvielfalt.

Freiwillige Helfer entfernen den Schädling in Hauset an der Flög. Gaby Borst ist Mitglied von Aves Ostkantone Raeren und hilft mit. „Das Problem ist, dass es zwar für Bienen eine ganz tolle Pflanze ist, deswegen haben es die Imker mal vor vielen Jahren nach Europa geholt, aber wenn es ausgeblüht hat – daher der Name „Springkraut“ -, springen von einer Pflanze circa 5.000 Samen“, erklärt sie. „Wenn man es nicht rupfen würde, wächst irgendwann nur noch dieses Indische Springkraut und die anderen Pflanzen,wie der Waldziest, hätten keinen Platz mehr zu wachsen.“

Der Flussbeauftragte der Wallonischen Region, Patrick Rixen, geht die Ufer regelmäßig ab. Er hat die Gemeinde Raeren informiert, dass zu viel Indisches Springkraut an den Uferböschungen wächst.

Mitte Juli ist der ideale Zeitpunkt, um der Pflanze zu Leibe zu rücken. Denn ab August trägt das Springkraut rosa Blüten und vermehrt sich rasant. „Wenn dann der Samen in den Bachlauf gerät, können sie sich sehr gut weiterverbreiten“, erklärt Christine Kirschfink, Umweltschöffin von Raeren. „Deshalb legt der Flussvertrag ein besonderes Augenmerk darauf, die Pflanzen in der Nähe der Bachläufe zu entfernen. So kann es sich nicht weiter flussabwärts verbreiten.“

Bevor man Pflanzen entfernt, sollte man sicher gehen, dass es sich tatsächlich um Indisches Springkraut handelt. Vor der Blütezeit ist die hohlstielige Pflanze ganz grün, sagt Christine Kirschfink. „Es ist schon so weit gewachsen, dass man es gut erkennen kann. Es wächst relativ hoch, hat gezackte Blätter und an einem Punkt des Stiels wachsen jeweils drei Blätter.“

Natürlich wächst es auch in Gärten und am Wegesrand, von dort verbreitet es sich aber weniger schnell. Für Menschen ist das Indische Kraut ungefährlich. Es wurzelt flach und lässt sich mit einem Ruck aus der Erde entfernen. „Am besten einfach mit der Wurzel ausreißen, den Wurzelteil entfernen und der kann dann einfach auf den Boden gelegt werden. Der restliche Stiel wird gebrochen, so dass daraus nichts Neues mehr wachsen kann“, erklärt Christine Kirschfink.

„Es ist wichtig, dass alle Bürger und Bürgerinnen sensibilisiert sind, denn diese invasiven Pflanzen verdrängen die heimischen Arten und deshalb ist es gut, wenn alle mithelfen.“

Dem Indischen Springkraut geht es an den Kragen. Mit einem Mal Entfernen ist es aber nicht getan. Freiwillige, die sich für den Schutz der Bäche und der Flora einsetzen, werden auch in den nächsten Jahren gebraucht werden.

Chantal Scheuren