Reuländer Gemeinderat zeigt sich solidarisch mit Bahnhof in Gouvy

Der Gemeinderat von Burg-Reuland hat bei der Eisenbahngesellschaft SNCB beantragt, dass der Schalter im Bahnhof von Gouvy erhalten bleibt. Es gehe darum, dass die Bedürfnisse der Menschen im ländlichen Raum respektiert werden, hieß es.

Bahnhof Gouvy (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Bahnhof in Gouvy (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Mit dem Beschluss wolle man sich solidarisch zeigen mit der Nachbargemeinde Gouvy, sagte Burg-Reulands Bürgermeisterin Marion Dhur. Unter anderem arbeiten ihre Gemeinde und Gouvy bei der Trinkwasserversorgung eng zusammen.

Der Bahnhof in Gouvy wird unter anderem von Studenten aus der Gemeinde Burg-Reuland genutzt, aber auch von Senioren. Die Schöffinnen Sonja Houscheid und Erika Theis gaben zu bedenken, das gerade ältere Menschen mit der Umstellung auf Online-Bestellungen und -Reservierungen ihre Probleme hätten.

Auch würden Abonnements wie etwa die Student-Multi- oder Campus-Karte bislang erstmals an einem Bahnschalter ausgestellt, ehe sie dann am Automaten validiert werden könnten.

Serge Dollendorf fand, es passe nicht in die Mobilitätskonzepte, wenn das Angebot für Bahnreisende zurückgefahren werde.

Der Bahnschalter in Gouvy ist zwar jetzt schon nur zu sehr begrenzten Zeiten offen, wie Monique Wangen-Gennen zu berichten wusste. Romano Schmitz plädierte dafür, dass diese Öffnungszeiten zumindest mit den Fahrzeiten für die öffentlichen Busse abgestimmt sein sollten.

Jedenfalls lehnt der Reuländer Gemeinderat ab, dass der Empfangsschalter im Bahnhof von Gouvy geschlossen wird. Die Bahnhöfe sollten als Lebensorte erhalten bleiben. Außerdem erinnert der Gemeinderat die SNCB an ihr Ziel, die öffentliche Dienstleistung und die Bahnverbindungen im ländlichen Raum aufrechtzuerhalten.

Den Beschluss übermittelt der Gemeinderat dem Verwaltungsrat der SNCB und an den zuständigen Minister der Föderalregierung, in diesem Fall Georges Gilkinet (Ecolo).

Holzverkauf am 3. Mai

Die Gemeinde Burg-Reuland wird am 3. Mai einen öffentlichen Holzverkauf organisieren. Angeboten werden 1000 Festmeter aus einem Kahlschlag in Hanglage.

Wie andere Gemeinden hofft Burg-Reuland darauf, dass sich der zuletzt günstige Trend bei den Holzpreisen fortsetzt.

Immerhin führte das über den Erwartungen liegende Ergebnis des letzten Holzverkaufs dazu, dass eine Summe von 96.000 Euro in die Haushaltsanpassung einfließen konnte.

Der Investitionshaushalt wurde von ursprünglich 389.143 Euro auf nun 676.243 Euro angehoben. Größter Anpassungsposten sind die Straßenarbeiten zwischen Oberhausen und Ouren für rund 160.000 Euro.

Rund 40.000 Euro zusätzlich werden für die Schulen in Maldingen (Erneuerung der Heizung und eines Teiles vom Dach am Kindergarten) und Aldringen (energetische Sanierung) eingeplant. Davon übernimmt die Deutschsprachige Gemeinschaft einen Teil.

Weitere Ausgaben, die nicht im Ursprungshaushalt eingetragen waren, betreffen Buswartehäuschen und eine Sitzecke am geplanten Mitfahrparkplatz in Grüfflingen (mit Zuschuss der Wallonischen Region).

Drittes Corona-Hilfspaket für Tourismus

Wie die anderen Gemeinden ist auch Burg-Reuland Zwischenstation für das dritte Corona-Hilfspaket der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft zur Abfederung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen im Bereich des Tourismus.

Nachdem die beiden früheren Hilfspakete auch im Sektor als nicht immer angepasst erfahren wurden, ist das dritte Paket an dem flämischen Modell ausgerichtet. Als Grundlage wird der Umsatzverlust im ersten Quartal 2021 im Vergleich zu 2019 genommen. Je nachdem ob der Betrieb haupt- oder nebenberuflich geführt wird, gibt es eine unterschiedliche Deckelung.

Das System soll in allen neun Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft einheitlich umgesetzt werden.

Bürgermeisterin Marion Dhur verwies darauf, dass auf den Finanzdienst einer kleinen Gemeinde wie Burg-Reuland dadurch noch einmal zusätzliche Anforderungen zukommen. Allerdings habe die Gemeinde gerade auch in diesem Punkt bisher sehr gut auf die Dienstleistungen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ostbelgien zurückgreifen können.

Das war an anderer Stelle der Tagesordnung ein weiteres Argument (neben der Beratung von Unternehmensgründern) dafür, die Mitgliedschaft bei der WFG mit einem Satz von 1,094 Euro pro Einwohner, also insgesamt 4.320 Euro, zu verlängern.

Stephan Pesch