Schlussverkauf: Eine willkommene Verlängerung

Die Kammer hat wie erwartet den Winterschlussverkauf in diesem Jahr verlängert. Dadurch soll den Geschäften in der Corona-Krise ermöglicht werden, ihre Lagerbestände zu leeren. Wie der Schlussverkauf bisher in Kelmis gelaufen ist - und ob sich die Ladeninhaber dort auf die zusätzlichen Wochen freuen.

Winterschlussverkauf im Kleidergeschäft von Patricia Milard in Kelmis (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Winterschlussverkauf - für Geschäftsleute nach wie vor wichtig (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

„Die Ausverkäufe sind für den Jahresumsatz sehr wichtig“, erzählt Jessica Fuchs, die gerade den Dessousladen aufräumt, den sie in Kelmis mit ihrer Schwiegermutter betreibt. Dass der Schlussverkauf in die Verlängerung geht und mehr Zeit für Schnäppchen bietet, befürwortet sie sehr. „Wir finden das sehr gut. Man hätte einfach noch mehr Zeit. Weil nicht viele Personen gleichzeitig in die Geschäfte dürfen, zieht sich das alles in die Länge.“

Die Verlängerung des Schlussverkaufs biete mehr Zeit für alle, bestätigt auch Patricia Milard in ihrem Schuh- und Kleidergeschäft. „Ja, das finden wir auch super. Februar ist sowieso ein Monat, der immer ruhiger ist.“

Doch Vorsicht vor falschen Schlüssen. Dass man sich über einen längeren Schlussverkauf freut, heißt nicht, dass die letzten Monate und der bisherige Schlussverkauf nur schlecht waren. „Wir hatten ja im November zu. Da haben die Menschen über Facebook gekauft. Die Leute waren wirklich fantastisch, ich bin happy“, sagt Patricia Milard.

Auf Facebook hat auch Jessica Mentior gesetzt. So gut wie täglich postet sie neue Ware aus ihrem Babyausstattungsladen. Ihr Motto dabei: So bleibt man in Erinnerung. Aus der Corona-Not eine Tugend zu machen, das hat sich für sie jedenfalls gelohnt, wie sie sagt. „Bei uns ist der Schlussverkauf gut gelaufen. Wir haben schon die neue Ware im Regal. Wir sind zufrieden.“

Die Kundschaft in Kelmis ist treu, wenn nicht sogar noch solidarischer geworden, loben die Geschäftsleute ihre Kunden. Ein Glück, das nicht selbstverständlich sei, sagt Patricia Milard. „Ich glaube, dass die Leute viel lieber in kleinen Läden kaufen. Sie fühlen sich dort sicherer.“

„Ich habe mit Vertretern gesprochen. Die sagen alle, dass man es in den Großstädten schwerer habe. Die Leute haben Angst, in die großen Städte zu gehen.“ ‚Small is beautiful‘ – ‚Klein aber fein‘. Wie es aussieht, gilt das auch in den schwierigen Corona-Zeiten.

Jessica Mentior in ihrem Babygeschäft in Kelmis (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Jessica Mentior in ihrem Babygeschäft in Kelmis (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Manuel Zimmermann