Lontzen verabschiedet Gemeindehaushalt 2021 – Diskussion über Windelmüll

Fast reibungslos hat der Lontzener Gemeinderat am Montagabend den Haushaltsplan für das folgende Rechnungsjahr verabschiedet. Für Streit sorgte hingegen die Frage, wie im kommenden Jahr die Baby-Windeln entsorgt werden sollen.

Gemeinderat Lontzen tagt in der Mehrzweckhalle Herbesthal (Bild: Doğan Malicki/BRF)

Bild: Doğan Malicki/BRF

Der Lontzener Gemeinderat hat einen fast ausgeglichenen Haushaltsplan verabschiedet. Dieser sieht Einnahmen von rund neun Millionen und Ausgaben von rund 9,5 Millionen Euro vor. Mit einem negativen Haushalt zu starten, stellt für den Finanzschöffen José Grommes (Energie) kein Problem dar.

Dem stimmte auch der Oppositionspolitiker Roger Franssen (Union) zu. Er kritisierte jedoch die an einigen Stellen fehlende Transparenz und dass dadurch die Hauptaufgabe der Opposition, das Kontrollieren, teilweise nicht möglich gewesen sei.

Projekte für das kommende Jahr

Das größte und teuerste Projekt stellt die Erneuerung der Kanalisation der Montzener Straße dar. Kostenpunkt: 800.000 Euro. Ebenfalls steht eine Radwegverbindung zwischen der Rottdrieschergasse (Herbesthal) und Hellendergasse (Lontzen) auf dem Programm. Die Realisierung der Verbindung wird ca. 300.000 Euro kosten.

Darüber hinaus erhält das ÖSHZ Lontzen einen neuen Lieferwagen für ihren Dienst „Essen auf Rädern“. Der neue Lieferwagen ersetzt seinen unzuverlässigen Vorgänger und wird 34.000 Euro kosten.

Mögliche Vergrößerung des Bauhofgeländes

Insgesamt sind 500.000 Euro vorgesehen, um eventuell das sogenannte Eilgut-Gebäude zu kaufen, das unmittelbar an den Bauhof angrenzt. Das jetzige Gebäude würde abgerissen werden und in Zukunft das Bauhofgelände vergrößern.

Bisher habe man sich mit dem Eigentümer in Verbindung gesetzt. Konkrete Verhandlungen habe es hingegen noch nicht gegeben, sagte der Bürgermeister Patrick Thevissen (Energie).

Ab 2021: Keine Baby-Windeln in den Biomüll

Ab dem ersten Januar 2021 dürfen Baby-Windeln nicht mehr in den Biomüll geworfen werden – sie gehören dann in den Haushaltsmüll. Die Gemeinde kommt somit einem EU-Beschluss zuvor, der voraussichtlich 2022 in Kraft treten wird.

Sonja Cloot (SPplus) kritisierte die finanzielle Zusatzbelastung, die vor allem jüngere Familien treffen werde und auch Sandra Houben (Union) beklagte, dass die Bürger ohne Vorwarnung vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

Doğan Malicki