Burg-Reuland wird haushaltsmäßig noch nachlegen

Die Gemeinde Burg-Reuland hat rund fünfeinhalb Millionen Euro in ihrem Haushalt vorgesehen. Das bescheidene Investitionsbudget von gut 300.000 Euro dürfte im Laufe des nächsten Jahres noch angehoben werden.

Gemeinderat Burg-Reuland

Wegen der Corona-Regeln tagt der Gemeinderat bis auf Weiteres im Reuländer Kulturhaus (Bild: Stephan Pesch/BRF).

Ein außerordentlicher Haushalt von 329.143 Euro entspreche „nicht unseren Ambitionen“, sagte Burg-Reulands Finanzschöffe Serge Dollendorf. Allerdings sind einige Projekte noch nicht umsetzungsreif, wie der Bau einer neuen Feuerwehrhalle, die Straßenarbeiten am Kreuzberg, der Mitfahrparkplatz in Grüfflingen oder das schon seit einigen Jahren verfolgte Vorhaben eines Bestattungswaldes.

Ob sie noch im kommenden Jahr angegangen werden können oder später muss sich zeigen. Es könnten aber 2021 noch durchaus 400.000 bis 500.000 Euro an Investitionsmitteln hinzukommen, so Dollendorf.

Bei Einnahmen von 5.412.329 Euro und Ausgaben von 5.165.531 Euro bleibt im eigentlichen Rechnungsjahr ein Überschuss von 246.798 Euro. Nimmt man den zu erwartenden Bonus von 416.000 Euro aus dem laufenden Jahr hinzu und zieht den vorgesehenen Übertrag von 260.000 Euro in den außerordentlichen Dienst ab, bleiben unter dem Strich rund 402.000 Euro.

Für den Wegeunterhalt 2021 sind 150.000 Euro eingeplant. Allerdings sollen die „hungrigen“ Wege in einem kostengünstigeren Spritzverfahren behandelt werden. Die Ausschreibung der Arbeiten werde zeigen, wieviele Kilometer sich die Gemeinde vornehmen könne, erklärte Bürgermeisterin Marion Dhur. Dieses Verfahren soll im kommenden und im übernächsten Jahr angewendet werden.

Abgesackte Straße bei Ouren

Eine aufwendigere Instandsetzung steht der Gemeinde Burg-Reuland kurz vor dem Ortseingang von Ouren bevor, wo ein Teil der Straße abgesackt ist.

Dort wird ein spezialisiertes Unternehmen wegen des fehlenden Untergrunds mit einer Bohrpfahlwand arbeiten müssen, bei der eine Reihe von Pfählen in kurzem Abstand voneinander bis auf den zugrundeliegenden Fels getrieben werden. Bei der Reparatur ist darauf zu achten, dass das Wasser, das von der Felswand kommt, richtig abfließen kann.

Die Schätzkosten liegen bei 135.000 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer). Die Arbeiten dürften vier bis fünf Wochen dauern, der Verkehr muss solange umgeleitet werden.

Corona-Hilfen für den Einzelhandel

Als Zusatzpunkt billigte der Reuländer Gemeinderat die von der Deutschsprachigen Gemeinschaft unterstützten Corona-Hilfen der Gemeinden für den Einzelhandel und Kontaktberufe. Während St. Vith wegen des städtischen Umfelds eine eigene Strategie fahre, haben sich die Gemeinden Burg-Reuland, Amel, Büllingen und Bütgenbach auf ein gemeinsames Vorgehen festgelegt: Demnach erhalten Geschäfte, die im November geschlossen bleiben mussten, 2.000 Euro und diejenigen, die auch im Dezember nicht öffnen durften (wie die Frisöre) 4.000 Euro.

Um den Verwaltungsaufwand so einfach und überschaubar wie möglich zu halten, kommen diejenigen Antragsteller in den Genuss der Prämien, die auch von der Wallonischen Region unterstützt werden können.

Der Reuländer Gemeinderat genehmigte auch die Kostenbeteiligung von 143.045 Euro an der Hilfeleistungszone 6. Hier soll zwar die Provinz Lüttich einen höheren Anteil übernehmen. Der Anteil der Gemeinde werde aber in den nächsten Jahren absehbar steigen, so Marion Dhur.

Demgegenüber soll die Gemeindedotation von 149.756 Euro an die Polizeizone wie schon in den letzten Jahren bis auf Weiteres unverändert bleiben.

Die Kirchenfabrik Steffeshausen erhält für ihren Haushalt einen Gemeindezuschuss von fast 10.912 Euro. Romano Schmitz, Ralph Schwall und Helmuth Wiesen stimmten aus Prinzip dagegen – wie grundsätzlich bei den anderen Kirchenfabriken auch.

Stephan Pesch