Kirche: An Weihnachten soll niemand einsam sein

Für die Gläubigen heißt es in diesem Advent, dass sie ihre Religion nicht wie gewohnt in der Gemeinschaft ausüben können. Die ostbelgischen Pfarren versuchen, einen Kompromiss zwischen den Anforderungen der Gesundheitskrise und der Religionsfreiheit zu finden.

Bild: Chantal Scheuren/BRF

Die Krippe in der Kirche in Büllingen (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

Der Weihnachtsgottesdienst gehört für viele Gläubige zum Weihnachtsfest dazu. In diesem Jahr werden in der Büllinger Pfarre keine Christmetten gefeiert. Dennoch bleiben die Kirchen am 24. und 25. Dezember tagsüber offen. „Ich lade alle Leute ein, nicht nur meine Pfarrkinder vom Pfarrverband Büllingen, sondern darüber hinaus: Kommen Sie zu uns, kommen Sie in unsere Kirchen! Die Kirchen sind im Moment auch festlich geschmückt“, betont Pastor Albert Brodel.

Die Krippen verbreiten ein weihnachtliches Flair und laden dazu ein, besinnliche Momente zu verbringen. Über Weihnachten soll die musikalische Untermalung nicht fehlen. „Das gehört, denke ich, mit dazu – nicht nur die vielen Lichter und Kerzen, auch die Musik“, so Brodel.

Die Solidarität dürfe gerade in der Gesundheitskrise nicht zu kurz kommen. Dazu gehöre, auf sich und andere zu achten. „Im Moment dürfen bis zu 15 Leute in die Kirche, aber mit Abstand. Ich denke, das ist schonmal wichtig. Die Familien, die sowieso in ihrer Blase sind, können zusammen zum Christkindchen zur Weihnachtskrippe kommen und da ein bisschen verweilen und gemeinsam beten. Das wird schon möglich sein“, so der Pastor.

Albert Brodel hofft, dass im nächsten Jahr an Weihnachten wieder alle zusammen kommen können. Doch auch in diesem Jahr wünscht er sich für alle Menschen ein besinnliches Weihnachtsfest. „Es wird ganz anders dieses Jahr. Versuchen wir, gemeinsam Weihnachten zu feiern und keinen zu vergessen: vielleicht besonders an die Kranken denken und an den einen oder anderen Nachbarn, der vielleicht alleine ist, und ihn vielleicht auch ins Weihnachtsfest mit einzubeziehen, soweit es möglich ist.“

Trotz des körperlichen Abstands soll an Weihnachten niemand einsam sein. Ein Anruf, ein Brief oder eine nette Aufmerksamkeit können da schon helfen.

Bild: Chantal Scheuren/BRF

Pfarrer Albert Brodel (Bild: Chantal Scheuren/BRF)

Chantal Scheuren