Grenzüberschreitender Wohnmonitor für die Euregio

In der Euregio Maas-Rhein wird zurzeit an einem grenzüberschreitenden Planungsinstrument in Sachen Wohnungsmarkt gearbeitet: dem sogenannten Wohnmonitor.

Illustrationsbild: Jonas Hamers/Belga

Zu wenig Wohnraum, zu hohe Kauf- oder Mietpreise – die Probleme des Wohnungsmarktes machen auch an den Grenzen der Euregio Maas-Rhein nicht Halt.

Seit einem Jahr läuft ein Interreg-VA-Projekt mit dem Titel „Wohnmonitor EMR“. Daran arbeitet neben der Deutschsprachigen Gemeinschaft, der niederländischen Provinz Limburg und der Asbl Liège Europe Métropole federführend Region Aachen Zweckverband und dort Christina Breuer: „Der Wohnmonitor wird es schaffen, dass wir statistische Grundlagen aus den drei Nachbarländern vereinen, die wichtigsten Grundlagen auch für eine nachhaltige Gestaltung des Wohnungsmarktes zusammenfassen und die Daten harmonisieren, so dass sie grenzüberschreitend abgerufen und ausgewertet werden können.“

Herausforderungen ähnlich

Zwangsläufig ist die Wohnsituation im Dreiländereck Deutschland-Belgien-Niederlande jeweils durch ihre Besonderheiten gekennzeichnet, „in Aachen etwa die große Gruppe der Studenten“, erklärt Christina Breuer. Die Probleme und Herausforderungen seien aber ähnlich: „Es ist ein sehr starker Druck auf dem Wohnungsmarkt, es fehlt an bedarfsgerechtem Wohnraum für fast alle Bevölkerungsgruppen, ob im Sozialen Wohnungsbau oder im luxuriösen Wohnungsbau.“

Und hier setzt die grenzüberschreitende und interkommunale Zusammenarbeit an: „Das ist der Grund, warum wir diese Datenbank und später diese Visualisierung als gemeinsamen Plan schaffen wollen, um diese Herausforderung gemeinsam angehen zu können“, sagt Christina Breuer.

Auch andere Akteure einbezogen

Aber ist es nicht unter Umständen sogar interessant, wenn sich der Wohnungsmarkt dies- und jenseits der Grenze unterscheidet? „Natürlich“, sagt Christina Breuer, „so individuell, wie die Menschen sind, muss auch ein entsprechendes Wohnraumangebot da sein. Aber man muss gemeinsam auch die Quantität schaffen können – genauso wie die Qualität.“

Neben den Projektpartnern werden auch andere Akteure auf dem Wohnungsmarkt einbezogen, „um deren Fachexpertise zu integrieren“, sagt Christina Breuer. „Von diesen regionalen Gruppen ist immer auch ein Vertreter im euregionalen Konsortium, so dass alles zusammengetragen wird.“

Online-Veranstaltung am 4. Dezember

Am 4. Dezember gibt es zu diesem Thema von 10:30 bis 13 Uhr eine Online-Veranstaltung. Dabei geht es um die Perspektiven einer grenzüberschreitenden und interkommunalen Planungspraxis im Bereich „Wohnen“ und um die zugehörigen Maßnahmen und Lösungsansätze. Die Veranstaltung wird digital über die Kommunikationssoftware Zoom stattfinden.

Nach der Begrüßung durch Prof. Christiane Vaeßen, die Geschäftsführerin Region Aachen Zweckverband, kommen der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Ralf Nolten, der Lütticher Provinzabgeordnete Claude Klenkenberg, DG-Minister Antonios Antoniadis und Andy Dritty, Gedeputeerde für Ramordnung, Wohnen und Europa in der Provinz Limburg (NL) zu Wort.

Christina Breuer stellt ihrerseits den Wohnmonitor als Planungsansatz aus der Euregio Maas-Rhein vor. Auf dem Programm steht auch eine Podiumsdiskussion zum euregionalen Wohnungsmarkt.

Anmelden können sich Interessenten bis zum 2. Dezember unter crossborder-housing.eu.

Stephan Pesch