Steeklöpper: Weywertzer Kirchplatz um einen Hingucker reicher

Die Arbeiten am Weywertzer Kirchplatz sind fast abgeschlossen und nun hat der Platz auch einen neuen Hingucker: den "Steeklöpper". Das Denkmal ist letzte Woche installiert worden. Es soll ein Denkmal zum Anfassen sein.

"Steeklöpper"-Denkmal auf dem Kirchplatz in Weywertz

"Steeklöpper"-Denkmal auf dem Kirchplatz in Weywertz (Bild: Robin Emonts/BRF)

Die Bauarbeiten sind so gut wie abgeschlossen, der Kirchplatz in Weywertz erstrahlt in einem neuen Licht und lädt zum Verweilen ein. Seit einer Woche hat der Dorfplatz auch noch einen neuen Hingucker: den „Steeklöpper“ – ein Denkmal, das etwas abseits der Straße zwischen Bänken und Bäumen einen ansehnlichen Platz gefunden hat.

Die Idee zu diesem Denkmal hatte das ehemalige Gemeinderatsmitglied Walter Reuter zu Beginn der Planungen. „Auf einer Versammlung habe ich das einmal vorgebracht, man könnte im Rahmen dieser Neugestaltung eine Symbolfigur hier in Weywertz aufstellen. Und dazu eignete sich der Steeklöpper.“

Die Frage, die sich stellt: Was ist denn überhaupt ein „Steeklöpper“? „Dazu muss man sich in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurückversetzen. Damals arbeiteten eine Reihe Weywertzer im Wegebau, unter anderem machten sie die dickeren Steine klein, als Grundlage für die neuen Wege“, erklärt Walter Reuter.

Gestaltet hat das Denkmal der in der Region bereits bekannte Künstler Klaus Gehlen. Gehlen wusste anfangs selber nicht, was ein „Steeklöpper“ ist und wie er aussehen muss. „Vereinzelt habe ich Fotografien oder Erklärungen gefunden – und dazu ein bisschen künstlerische Freiheit und Fantasie. Dabei ist dann das herausgekommen.“ Für die Details hat Gehlen sich die Arbeitskleidung, die es zu dieser Zeit gab, angesehen. „Die einfachen Leute und Bauern, die hatten zum Beispiel Holzklumpen. Das ist jetzt nicht die praktische Fußbekleidung für den Steinbruch, aber das war halt so.“

Nicht nur Klumpen schmücken den Steeklöpper. Auf dem Kopf trägt der Dargestellte eine Schiebermütze. In der Hand hält er eine Art Hammer, mit dem er, auf einem Schemel sitzend, die Steine klein haut. Das linke Bein des Denkmals lädt dazu ein, sich darauf zu setzen und Fotos von sich zu machen mit dem Steeklöpper.

Ein Denkmal zum Anfassen, das war das Ziel des Künstlers. „Der soll schon mitten im Volk sitzen und das ist auch ein super schöner Platz hier, dieses Ambiente, mit den Bäumen, mit der Beleuchtung, die noch kommt, diese Bänke, das ist einfach ein perfekter Platz.“

Auf den Bänken kann man dann in Zukunft den Blick über den neuen Kirchplatz schweifen lassen. Es gibt einiges zu sehen. Sei es die alte Linde, die seit mehreren 100 Jahren den Platz schmückt, das neugestaltete Kriegsopferdenkmal, einen bei den Bauarbeiten zufällig entdeckten Brunnen – oder eben das Denkmal des Steeklöppers.

Robin Emonts