Tourismus im Hohen Venn: Alternativen zur Entlastung

Verlängerte Ferien und spätsommerliche Temperaturen sind nur zwei Gründe, die die Menschen aktuell in die Natur treiben. Mancherorts treffen allerdings zu viele Wanderfreudige aufeinander. Zwar wird der Aufenthalt an der frischen Luft empfohlen, größere Menschenansammlungen sind aber kontraproduktiv.

Hohes Venn im Herbst (Bild: Katrin Margraff/BRF)

Hohes Venn im Herbst (Illustrationsbild: Katrin Margraff/BRF)

Eigentlich hätte das Naturparkzentrum Botrange Grund zur Freude. Ähnlich wie im Sommer, als die Anzahl Besucher dreimal so hoch lag wie sonst, strömen auch aktuell Menschen ins Hohe Venn.

Michaël Guebel ist Direktor des Naturparkzentrums und hat die Besucherzahlen genauestens im Blick. Doch weiß er auch, dass die hohen Besuchsraten das ein oder andere Problem mit sich bringen. „Sie wissen nicht, dass es hier im Naturpark Naturschutzgebiete gibt. Das Naturschutzgebiet ist ein geschützter Ort, der von der DNF (Département de la Nature et des Forêts) bewacht wird. Und deshalb kann man diese Orte nicht bewandern.“

Leider verlassen immer wieder Wanderer die ausgeschilderten Wege und betreten die Naturschutzgebiete. Das sei jedoch verboten, betont Guebel. Das ist an sich ein bereits bekanntes Problem.

Dazu gesellen sich jedoch auch neue Probleme, verursacht durch die aktuellen Umstände. Distanzen werden nicht eingehalten, Masken werden, wenn es eigentlich nötig ist, nicht getragen.

Einige Masken landen gar als Abfall in der Natur. „Leider müssen wir feststellen, dass sich viele Besucher nicht an diese Regeln halten. Wir stellen auch fest, dass viele Menschen ihre Masken wegwerfen, wir haben neuen Müll in unseren Wäldern und in unseren Landschaften. Hier fordern wir die Menschen also wirklich auf, die Natur zu respektieren, so Guebel.

Eigentlich freut Michaël Guebel sich, dass so viele Menschen den Weg in die Natur suchen und finden. Sprachlos macht ihn aber die Tatsache, dass immer die gleichen Wege bewandert werden – verbunden mit den bereits genannten Problemen. Lange Autoschlangen am Wegesrand nahe dem Signal de Botrange oder Baraque Michel verdeutlichen die Problematik.

Wanderwege in anderen Gemeinden

Dabei gäbe es Alternativen um den Besucherstrom zu verteilen, sagt der Direktor des Naturparkzentrums. Denn das Naturparkzentrum Botrange umfasst zwölf Gemeinden mit einer vielfältigen Naturlandschaft. Und die dazugehörigen Wanderwege gibt es nicht nur im Hohen Venn, so Guebel. „Hier im Naturparkzentrum haben wir alle Karten der Wanderwege, die für das gesamte Gebiet zur Verfügung stehen. Hier gibt es nicht nur das Hohe Venn.“

Das Naturparkzentrum ist geöffnet, zumindest der Empfang, wo weiterhin Auskunft über Wanderrouten erteilt wird. Und die sind abwechslungsreich. Michaël Guebel verweist auf Wanderwege um den Bütgenbacher See oder aber das Ourtal: „Am anderen Ende des Parks, auf der Seite von Burg-Reuland, befindet sich das Ourtal.“ Auch da sei es magisch. „Im Moment ist dort niemand.“

Mit einem kurzen Blick auf die Wanderkarte sind also schnell alternative Routen gefunden: Und das ganz abseits von Touristenströmen und Bedenken um den Mindestabstand.

Andreas Lejeune