„Tour of Hope“ macht Station in Eupen

Alle Läufe für das Leben, die von der Stiftung gegen Krebs organisiert werden, wurden auf das Jahr 2021 verschoben. Nicht verschieben lässt sich hingegen eine Krebserkrankung. Um Betroffene und Angehörige dennoch zu unterstützen, findet in diesem Jahr in ganz Belgien die "Tour of Hope" statt. Einen Zwischenstopp gab es am Freitag in Eupen.

Auch in Eupen gab es für Ivan Woutermaertens einen angemalten Stein (Bild: Dogan Malicki/BRF)

Auch in Eupen gab es für Ivan Woutermaertens einen angemalten Stein (Bild: Dogan Malicki/BRF)

Als Ivan Woutermaertens, Mitglied von Lauf für das Leben, am Freitagmorgen am Eupener Stadthaus ankommt, hat er bereits 800 Kilometer zurückgelegt. Seit dem Beginn der Tour of Hope am 2. Oktober sitzt er auf dem Rad, um alle 38 belgischen Städte anzufahren, in denen der Lauf für das Leben stattgefunden hätte.

Seine Strecke besteht aus elf Etappen, die im Durchschnitt 130 Kilometer lang sind. „Die Tour of Hope ist initiiert von einer Gruppe Freiwilliger, die bereits regelmäßig Läufe für das Leben in Belgien organisiert haben“, erklärt Jacqueline Jost, Präsidentin des Laufs für das Leben Eupen. „Eine Gruppe von Kämpfern, die sagen, dass es trotz aller Absagen der Veranstaltungen wichtig ist, eine Alternative zu finden, damit das Konzept Lauf für das Leben nicht vergessen wird.“

Vergangenen Oktober fand der letzte Lauf für das Leben in den belgischen Städten statt und aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie wird kein Lauf vor dem nächsten April stattfinden. Das bedeutet auch: weniger Spendeneinnahmen. Im vergangenen Jahr konnte der Lauf für das Leben Eupen insgesamt 50.000 Euro Spendengelder einnehmen. Mit der jetzigen Veranstaltung Tour of Hope wurden in ganz Belgien bisher 30.000 Euro eingenommen.

Dieser beunruhigenden Entwicklung möchte Ivan mit seiner 1.400 Kilometer langen Radtour entgegenwirken. Zwei Ereignisse spornen ihn an: die Absage aller Läufe für das Leben und die Krebserkrankung seines Patensohns. „Ich habe zwei triftige Gründe, um an dieser Aktion mitzumachen. Der erste ist, dass alle Läufe für das Leben dieses Jahr aufgrund von Covid-19 abgesagt wurden“, erklärt er.

„Der zweite ist, dass mein 24-jähriger Patensohn momentan gegen den Krebs kämpft. Er hat ein unbekanntes Sarkom. Noch gestern hat er mir mitgeteilt, dass auch er auf weitere Spenden angewiesen ist, damit die Forschung das unbekannte Sarkom untersuchen kann.“

In jeder der 38 Städte erhält Ivan einen angemalten Stein – so auch in Eupen. Das Bemalen und Aneinanderreihen von verzierten Steinen ist seit Beginn der Pandemie ein beliebtes Hobby geworden. Die eingesammelten Steine werden zum Schluss der Tour aneinandergereiht und sollen an die Tour of Hope erinnern.

Nach seinem Zwischenstopp in Eupen muss Ivan noch 85 Kilometer überwinden. Auf dem Ziel stehen für Freitag Visé, Lüttich und Sint Truiden. Den schwierigsten Abschnitt habe er jedoch bereits gemeistert: den Ardennenanstieg. Umso mehr freue sich Ivan auf die flämischen Straßen. Seine Radtour beendet er am 24. Oktober in Beveren bei Antwerpen.

Dogan Malicki