Lontzen: Immobilienprojekt Sonnenhof erneut in der Kritik

Es ist ein lang diskutiertes Thema in Lontzen: das Immobilienprojekt Sonnenhof, das mitten im Ortskern an der Schlossstraße entstehen soll. In einer Stellungnahme hat die Union-Fraktion im Lontzener Gemeinderat das Thema am Montag einmal mehr angesprochen.

Lontzen: Immobilienprojekt Sonnenhof erneut in der Kritik (Bild: Gregory Dalbert)

Lontzen: Immobilienprojekt Sonnenhof erneut in der Kritik (Bild: Gregory Dalbert)

Noch ist es nicht mehr als eine feuchte Wiese, aber in Zukunft soll an der Schlossstraße im Ortszentrum der Sonnenhof stehen: ein Immobilienprojekt mit insgesamt 22 Wohnungen auf einer Fläche von rund 5.500 Quadratmetern.

Zu groß, zu dicht, kritisiert Roger Franssen für die Liste Union. „Der erste Grund ist die Beeinträchtigung des ländlichen Charakters der Ortschaft. Es ist einfach zu viel, zu hoch – zu viele Wohnungen in diesem ländlichen Raum, wo es viele Einfamilienhäuser und Bauernhöfe gibt. Hier braucht man Luft. Zweitens: der Verlust der Lebensqualität der Anlieger. Anlieger haben hier gebaut, das Grüne gesucht und eine große Lebensqualität gefunden und kriegen jetzt vor ihren Häusern Gebäude von elf Metern Höhe.“

Kritik gibt es aber nicht nur von der Opposition im Lontzener Gemeinderat, sondern auch von zahlreichen Bürgern. Das Projekt ist deshalb bereits angepasst worden, wie Bürgermeister Patrick Thevissen erklärt.

„Es hat tatsächlich eine ganze Reihe Einsprüche gegeben, von Leuten, die vor Ort wohnen, die direkt betroffen sind oder sich mit dem Thema beschäftigt haben und sich für die ländliche Entwicklung im Dorf interessieren“, so Thevissen. „Diese Bemerkungen sind mit eingeflossen in die Entscheidung und haben stark gewogen bei der Entscheidung, ein Haus nicht zu genehmigen. Mit dem Wegfall dieses Hauses werden Thematiken wie Dichte, Überbevölkerung, Mobilität und sonstige Aspekte berücksichtigt.“

Von einem Projekt mit vier Gebäuden sei man jetzt zu einem Projekt mit drei Gebäuden gekommen. „Das ist auch das Resultat der Inbetrachtnahme der verschiedenen Einsprüche und Reklamationen“, sagt Thevissen.

Statt der ursprünglich 26 geplanten Wohnungen sollen es jetzt 22 werden. Doch das geht den Kritikern des Projekts nicht weit genug. „Jetzt müssen weitere Schritte folgen. Das Konzept soll bleiben und ist auch begrüßenswert. Die U-Form ist gut, aber die Anzahl Wohnungen müsste weiter reduziert werden“, so Franssen.

„Wenn wir von den 22 Wohnungen zwei Drittel hätten, d.h. eine Etage weniger, und etwas mehr Platz und Grünes, dann wären wir mit dem Projekt einverstanden. D.h. 14 bis 16 Wohnungen müssten möglich sein, um das Ganze grüner, ökologisch sanfter und integrierter zu belassen“, so die Forderung der Opposition.

Bürgermeister Thevissen sieht das anders und betont vor allem den sozialen Aspekt des Projekts: „Man vertritt ja den Standpunkt, dass Leben im Dorf bleiben und Leben im Dorf geschaffen werden soll. Das geht nur, wenn Menschen im Dorf leben und sie eine Bleibe im Dorf geboten bekommen. Die Verdichtung des Ortskerns ist da ein wichtiges Element. Und dieses Element bekommt eine Teilantwort durch dieses Projekt Sonnenhof.“

Das empfinde Thevissen als wichtig: „Dass neuer Wohnraum geschaffen wird in verschiedenen Konstellationen, sowohl Häuser als auch kleine Appartements.“ Das alles in einer Mischung, die verträglich sei für ein Dorf.

Das letzte Kapitel ist aber noch lange nicht geschrieben – auch wenn das Gemeindekollegium das angepasste Projekt Sonnenhof bereits genehmigt hat.

„Was jetzt ganz klar läuft, sind die Fristen für die Berufung – und ich denke, dass auch Anlieger in Berufung gehen werden“, so Franssen. „Und dann gibt es immer noch den Weg zum Staatsrat, aber soweit sind wir noch nicht. So ein Projekt braucht Zeit. Wir hatten mehrere Anläufe, jetzt ist die DG zuständig.“

Melanie Ganser