Vom Feld direkt auf den Teller: „Vegder Jemös“ macht es möglich

Frisches Gemüse vom Feld und der Trend hin zum Gemeinschaftsgarten - verbindet man beides, kommt so etwas wie die VoG "Vegder Jemös" dabei raus: eine Gruppe von Hobbygärtnern, die auf einem Grundstück zwischen St. Vith und Galhausen ihren Traum vom Bio-Gemüseanbau verwirklicht haben. Gerade jetzt gibt es da besonders viel zu tun.

Vegder Jemös (Bild: Lena Orban/BRF)

Die Mitglieder der VoG "Vegder Jemös" in ihrem Element (Bild: Lena Orban/BRF)

Mit Hacke bewaffnet sitzt Marlene Bongartz-Kaut zwischen den kleinen Gemüsepflanzen und versucht, ein bisschen Ordnung herein zu bringen – alles, was kein Gemüse, sondern Unkraut ist, muss weg. Und bei einem Grundstück von 2.500 Quadratmetern kommt da schon einiges an Unkraut zusammen.

Aber, sie ist ja nicht alleine. Mittlerweile zählt die VoG „Vegder Jemös“ 30 Mitglieder. Marlene Bongartz-Kaut erzählt, wie sie vor ein paar Jahren auf die Idee gekommen ist, einen Gemeinschaftsgarten in der Größenordnung anzulegen: „Weil ich vom Gemeinschaftsgarten, den es in St. Vith auch gibt, her komme. Da ist die Idee heran gereift, auf einer größeren Fläche anzubauen und auch zu vermarkten“, erklärt sie.

„Der Hintergrund ist vor allem die Idee: von der Gartengabel zur Essgabel. Das heißt, den lokalen kleinen Kreislauf im Bereich Gemüse zu praktizieren und auch die Bevölkerung ein bisschen zu sensibilisieren, dass so etwas Freude macht und sich lohnt.“

Sofort ist sie in der Bevölkerung auf begeisterte Hobbygärtner gestoßen, die an dem Projekt teilhaben wollten. Und inzwischen wird so viel Gemüse angebaut, dass seit letztem Jahr im Sommer und Herbst ein kleiner Verkaufsstand für das Bio-Gemüse aufgebaut wird. „Die Vermarktung klappt sehr gut. Wir haben letztes Jahr im Schnitt jeden Samstag rund 30 Kunden bedient“, berichtet Marlene Bongartz-Kaut. „Die sind mit viel Enthusiasmus zum Feld gekommen und sehen, dass das hier direkt angebaut wird. Viele bringen auch ihre Kinder mit, damit die sehen, wie Gemüseanbau funktioniert. Das Gemüse schmeckt auch sehr gut und viele kommen fast wöchentlich zurück.“

Ein paar Wochen dauert es noch, bis der Verkauf los gehen kann. Aber die ersten Erdbeeren werden schon langsam rot. Und dann können die Hobbygärtner noch ein bisschen Unterstützung gebrauchen, sagt Marlene Kaut: „Wir suchen auch noch Leute, die gerne verkaufen. Das wird Mitte bis Ende Juli so weit sein. Verkaufen ist ja nochmal ein anderer Job und da suchen wir Leute, die uns unterstützen.“

Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Die Mitglieder der Vereinigung wechseln sich daher ab und sind zweimal pro Woche auf dem Feld anzutreffen. Auf dem Feld wächst alles, was man sich nur wünschen kann: von Möhren über Kartoffeln, Kohl-Sorten, Radieschen, Kräutern, Bohnen bis hin zu Knoblauch.

Und damit Schädlinge hier keine Chance haben, muss nachgeholfen werden, ganz ohne Chemie. Stattdessen werden andere Konstruktionen gebaut, um vor Schädlingen zu schützten, erklärt Carlos Viveiros, der gerade dabei war, Metallstangen über Kohlpflanzen anzubringen: „Die dienen als Stütze für die Schutznetze, die über die Kohlpflanzen gespannt werden. Das verhindert, dass die Kohlfliege dort Eier legt und so Schäden verursacht. Das ist die Methode, die in der Bio-Gärtnerei am meisten verwendet wird. So verhindert man Insektizide, das ist also ein rein mechanischer Schutz. “

Am Rande des Feldes wächst eine Blumenwiese, sie soll Insekten anziehen und die Biodiversität fördern, seit diesem Jahr gibt es außerdem noch einen Bienenstock. Die verschiedenen Beete rotieren paarweise jedes Jahr – der Boden wird dadurch nicht ausgelaugt. Und so verspricht auch die bereits vierte Anbausaison wieder gute Erträge.

Lena Orban

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