Nutzung der Kirchen bleibt ein Thema im Reuländer Gemeinderat

Was wird künftig aus den vielen Kirchen und Kapellen in der Gemeinde? Und wie soll ihr Unterhalt finanziert werden? Das bleibt ein Thema für offene und sachliche Diskussionen im Gemeinderat von Burg-Reuland. Auch wenn alle sich einig sind, dass diese Fragen an anderer Stelle beantwortet werden müssen.

KapelleWeweler

Die Kapelle von Weweler (Bild: BRF)

Eigentlich ging es nur darum, die Haushalte von sieben Kirchenfabriken zu billigen. Das ist in den meisten Gemeinderäten eine reine Formalität.

Im Reuländer Gemeinderat kommt es in der neuen Legislaturperiode aber immer dann zu einem angeregten Austausch, wenn es darum geht, dass die Gemeinde mögliche Haushaltsdefizite der Kirchenfabriken, wie vom Gesetz vorgesehen, übernehmen muss.

Gespräch gesucht

Zunächst bescheinigte Finanzschöffe Serge Dollendorf allen sieben Kirchenfabriken, dass sie ihren Haushalt korrekt geführt und mit Augenmaß gehandelt haben. Im vergangenen Frühjahr hatte die Gemeinde die Vertreter der Kirchenfabriken zu Gesprächen eingeladen und ihre Möglichkeiten auf den Tisch gelegt. Der Gemeindezuschuss konnte daraufhin schon insgesamt gesenkt werden.

Nadja Kaut konnte „aufgrund der Haushaltslage der Gemeinde“ aber ebenso wenig zustimmen wie Romano Schmitz, der auch „angesichts der sinkenden Zahl von Kirchgängern“ die besondere Förderung der Kulte im Vergleich zu anderen gesellschaftlichen Organisationen für nicht gerechtfertigt hält.

Auf anderer Ebene zu klären

Ralph Schwall und Helmuth Wiesen enthielten sich der Stimme, weil zumindest einige Kirchenfabriken auch über eigenes Vermögen wie Ländereien verfügten.

Serge Dollendorf schloss sich diesen Argumenten an, betonte aber, dass es hier um die Billigung der Haushaltsführung gehe. Die grundsätzliche Frage, ob die vielen Gebäude noch alle gebraucht würden, könne der Reuländer Gemeinderat nicht alleine klären. Auch Bürgermeisterin Marion Dhur stellte in Aussicht, dass hier der Kontakt auf anderer Ebene gesucht werden müsse. Gleichzeitig erinnerte sie an das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder in den Kirchenfabriken.

Nutzung der Dorfhäuser Thommen und Grüfflingen

Für die Dorfhäuser in Thommen und Grüfflingen hat die Gemeinde nun mit einigen Vereinen eine Nutzungsvereinbarung geschlossen. Es handelt sich um die Landfrauengruppe Thommen, den Chor „Carpe Diem“, den Kinderchor „CHORallen“ (alle drei in Thommen) und die Tanzgruppe „Crazy Girls“ (in Grüfflingen). Je nach Nutzung beteiligen diese sich nun mit einem überschaubaren Betrag an den Unkosten wie Heizung, Wasser, Strom …  Auch die Versicherungsfrage werde geklärt.

Die Müllkörbe entlang von Straßen, in die Autofahrer ihren Müll werfen sollen statt in den Graben, sind nun installiert. Es wurden aber auch schon Leute dabei beobachtet, wie sie ihren Haushaltsmüll darin absetzen. Aufgrund der Straßenverkehrsordnung und von Leitungen im Boden war es nicht so einfach, die geeigneten Standorte zu finden.

Neue touristische Produkte

Kurzfristig darauf angesprochen will sich Burg-Reuland an dem europäischen Projekt „Charming Villages“ beteiligen. Dabei sind auch Dörfer aus Norwegen, Spanien, Portugal, Deutschland und Italien. Das EU-geförderte Projekt läuft ab dem Frühjahr bis zum Sommer 2021.

Unter Mitwirkung der Anbieter und Akteure vor Ort sollen mit Hilfe von Fachleuten neue touristische Produkte entwickelt werden, die eine neue Kundschaft anziehen könnten. Der Gemeinderat verspricht sich davon, dass auch die Einheimischen davon angesprochen werden.

Die Gemeinde organisiert im Juli und August Ferienbetreuungswochen für Kinder. Sie sucht noch Betreuer. Dafür melden können sich bei Interesse auch Schüler der Erziehungsabteilungen (5. und 6. Jahr).

Stephan Pesch

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150