„Inklusion bedeutet eine Win-Win-Situation“

Das Einbinden von Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung in den Arbeitsalltag eines Unternehmens stärkt die Vielfalt im Betrieb. Davon ist die Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben überzeugt. Sie hat auch in diesem Jahr wieder einen sogenannten "Inklusionspreis" ausgelobt.

Rollstuhl

Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / Andriy Popov

„Inklusion ist eine Win-Win-Situation – für Menschen mit Beeinträchtigung und für ein Unternehmen“, sagt Sarah Krings von der Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben in St. Vith im BRF-Interview.

Oft fehle es Unternehmen jedoch an Erfahrung und Wissen, wie sie das Potenzial von Menschen mit Beeinträchtigung erfolgreich nutzen können. Die Dienststelle sei der Ansprechpartner für alle Fragen zur Einbindung von Menschen mit einer Beeinträchtigung.

„Wir beraten bei der individuellen Berufsplanung, helfen bei der Arbeitsplatzsuche oder bei der Vorbereitung eines Arbeitsverhältnisses, geben Tipps zu möglichen Arbeitsplatzanpassungen und bieten eine Nachbetreuung an“, sagt Sarah Krings.

In den meisten Fällen beginnen die Personen mit Beeinträchtigung mit einem dreimonatigen Praktikum in einem Betrieb. Andere machen gleich eine Ausbildung im Unternehmen, die bis zu drei Jahre dauert. „Wer beschäftigt wird, unterschreibt einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag. Der Betrieb wird dann von der Dienststelle bezuschusst“, so Sarah Krings.

Ist Inklusion in der Gesellschaft angekommen?

„Da gibt es natürlich immer noch Verbesserungspotenzial!“. Deshalb organisiere die Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben jährlich den „Duo-Day“. In diesem Jahr findet er am 14. Mai statt.

„Betriebe haben dann die Möglichkeit, an einem Tag oder an mehreren Tagen eine Person mit Beeinträchtigung probeweise bei sich arbeiten zu lassen. Sie sollen so herauszufinden, wie sich ein Arbeitsverhältnis gestalten könnte“, sagt Sarah Krings.

Inklusionspreis 2020

Die Dienststelle hat auch in diesem Jahr wieder einen sogenannten „Inklusionspreis“ ausgelobt. Er richtet sich sowohl an kleine, mittlere oder große Privatunternehmen als auch an öffentliche Einrichtungen in Belgien. Die Bewerbungsunterlagen findet man auf der Internetseite selbstbestimmt.be. Einsendeschluss ist der 20. März.

Alle Betriebe können sich aktiv um den Preis bewerben. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Außenstehende ein Unternehmen vorschlagen, das sich nach ihrer Ansicht für die Inklusion besonders stark macht und engagiert.

Eine vierköpfige Jury entscheidet darüber, wer den Inklusionspreis 2020 bekommt. Bis zu vier Preisträger können gekürt werden. Die feierliche Vergabe findet zum Abschluss des Duo Day am 14. Mai statt.

lo/jp

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