Winterspelter hoffen erneut auf Ausbau der A60

Immer wieder sorgen schlimme Unfälle für Unmut in Winterspelt. Grund für die vielen Unfälle sei die halbfertige A60, deren Ausbau längst fällig sei, heißt es von der Gemeinde. Die Verkehrsfreigabe des Hochmoselübergangs wird nun vermutlich für noch mehr Verkehr und somit Gefahrensituationen sorgen. Die Verkehrszunahme könnte aber auch dafür sorgen, dass die A60 nun doch ausgebaut wird.

Die A60 bei Winterspelt (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Die A60 bei Winterspelt (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Eigentlich sollte die A60 das Rhein-Main-Gebiet mit Belgien verbinden. Doch auf den Streckenausbau zwischen Prüm und Belgien wartet die Eifel bereits Jahrzehnte, wie der Bürgermeister von Winterspelt, Edgar Henkes, erklärt: „Die Problematik besteht darin, dass wir nur eine halbfertige Autobahn haben, die seit 35 Jahren nur halbfertig gebaut wurde, obwohl die ganzen Flächen seinerzeit zur Verfügung gestellt wurden.“

Ein vierspuriger Ausbau wäre möglich. Doch laut Bund lohnt sich das erst, wenn die Strecke täglich von zehntausend Fahrzeugen befahren wird. Derzeit sind es 7.500. „Dadurch ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis eben noch nicht so, dass hier eine Wirtschaftlichkeit für die Herstellung des Endausbaus gegeben ist. Wenn jetzt der Hochmoselübergang greift, könnten vielleicht mehr Fahrzeuge die A60 befahren – dann wären die Voraussetzungen und die Wirtschaftlichkeit gegeben, um die Strecke endgültig vierspurig auszubauen“, so Edgar Henkes.

Viel wichtiger als dieses Argument finden die Winterspelter aber die Verkehrssicherheit: „Wir haben schon viele Unfälle gehabt mit tödlichem Ausgang. Wenn die Straße als Autobahn ausgebaut wird, ist das ein wesentlicher Beitrag zur Verkehrssicherheit. Darum geht es uns vor allen Dingen.“

„Wir können die Strecke so befahren, aber es ist schon sehr gefährlich, auch auf den Überholstrecken, wo dann drei Fahrzeuge parallel aneinander vorbeifahren, da ist nicht viel Platz“, berichtet der Bürgermeister von Winterspelt.

Aber nicht nur wegen der Sicherheit sei der Ausbau überfällig, sagt sein Vorgänger Hubert Tautges: „Da existiert ein Staatsvertrag zwischen Belgien und Deutschland, in dem beide Länder sich verpflichtet haben, die Straße im beidseitigen Interesse fertigzustellen. Nur Deutschland hinkt immer noch hinterher.“ Tautges war 35 Jahre lang Bürgermeister – von 1984 bis 2019.

Plan der A60 bei Winterspelt (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Plan der A60 bei Winterspelt (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Die A60 ist nicht die einzige Straße, bei der die Gemeinde auf Unterstützung hofft. Immer häufiger genutzt wird der Aueler Weg im Ortsteil Elcherath: „Viele Leute aus unserer Region Winterspelt, Habscheid und so weiter arbeiten in Luxemburg und benutzen dann die Strecke, weil es die kürzeste Strecke in Richtung Luxemburg ist. Andererseits sind es aber auch Belgier aus dem Raum Burg-Reuland, Steffeshausen und Auel, die über diesen Weg nach Deutschland kommen, nach St. Vith fahren oder auf die A60 fahren.“

Stellenweise ist der Aueler Weg aber zu schmal für diesen Verkehr. Deshalb wünscht sich die Gemeinde hier Hilfe vom Kreis Bitburg-Prüm: „Weil wir sehen, dass wir als Ortsgemeinde mit Mitteln des landwirtschaftlichen Wegebaus den Weg nicht so in dem Zustand erhalten können, wie er für den öffentlichen Verkehr erforderlich ist“, sagt der Bürgermeister.

Der Verkehr nimmt also tendenziell zu in Winterspelt. Für die Gemeinde eine gute Sache, finden Edgar Henkes und sein Vorgänger Hubert Tautges, solange die Verkehrssicherheit dabei nicht zu kurz kommt.

Die A60 bei Winterspelt (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Die A60 bei Winterspelt (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Raffaela Schaus

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