Wie schädlich ist die E-Zigarette?

Die E-Zigarette hat sich in den letzten Jahren immer mehr etabliert und erfreut sich bei vielen Rauchern großer Beliebtheit. Jüngste Vorfälle zeigen aber nun, dass auch Dampfen nicht ungefährlich ist. Über Langzeitschäden ist beispielsweise noch nichts bekannt, wie Carolin Scheliga von der ASL erklärt.

E-Zigarette (Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga)

Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga

Ein Nichtraucher empfindet den Rauch einer Zigarette meist als sehr unangenehm. Die E-Zigarette riecht aber angenehm – zum Beispiel nach Kaffee. „Es gibt Unterschiede zwischen normalen Zigaretten, E-Zigaretten und Shishas“, erklärt Carolin Scheliga von der Arbeitsgemeinschaft für Suchtvorbeugung und Lebensbewältigung. „Die Shishas sind in der Regel wesentlich gesundheitsschädigender als normale Zigaretten.“

„Und bei der E-Zigarette ist es jetzt so, dass da Liquids benutzt werden, die zum Teil Nikotin enthalten, zum Teil nicht. Die meisten enthalten auch Aromen. Da weiß man von den Langzeitschäden noch nichts, weil die noch nicht so lang auf dem Markt sind, aber man geht davon aus, dass sie Langzeitschäden verursachen können.“ Selbst ohne Nikotin ist die E-Zigarette also nicht ungefährlich, denn es werden immer noch Schadstoffe in den Körper abgegeben.

Die E-Zigarette macht das Rauchen wieder salonfähig. Man kann sie in Lokalen, Restaurants und anderen Gebäuden nutzen. Die Hemmung ist somit geringer. Auch die E-Zigarette kann abhängig machen und einige verleitet sie dann sogar zur normalen Zigarette.

Zusammenhang unsicher

Jüngste Ereignisse in den USA zeigen, dass Dampfen durchaus gefährlich sein kann. Mehr als 30 Todesfälle und 2.000 Lungenerkrankungen werden mit E-Zigaretten in Verbindung gebracht. „Es ist sehr unklar, was diese Menschen in Amerika geraucht haben“, sagt dazu Carolin Scheliga.

„Ich persönlich kenne Dampfer und kann es mir nicht unbedingt vorstellen, ob das wirklich in einem Zusammenhang steht oder ob das nicht andere Ursachen haben kann. Die Amerikaner sind sich ja auch noch unschlüssig. Die Leute, die da gestorben sind, die haben gedampft. Nicht alle Liquids waren gleich oder ähnlich, deswegen ist es wirklich schwer zu sagen.“

Jedenfalls werden die kleinen Dampfer immer populärer. Aus den unterschiedlichsten Gründen greifen die Leute nun zur E-Zigarette, statt zur normalen Zigarette. Manche von ihnen, um gesünder zu leben – und das scheinbar mit Erfolg.

„Manche Leute haben mir gesagt, dass sie weniger Beschwerden haben, weniger Kurzatmigkeit. Es ist ja auch allgemein bekannt, dass es immens viele karzinogene Stoffe in normalen Zigaretten gibt. Und dann ist es ja schon ganz gut, dass die halt eben nicht in diesen E-Zigaretten drin sind.“

Wenn man mit dem Rauchen aufhören möchte, empfiehlt Carolin Scheliga allerdings eher erst einmal die klassischen Methoden wie das Nikotinpflaster oder den Kaugummi.

Mick Hohn

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