Wirf deine Scheu über Bord: Neue Kampagne von Cap48

Mit berühmten Filmsequenzen macht die Aktion Cap48 dieses Jahr auf ihre Kampagne zum Umgang mit Beeinträchtigungen aufmerksam. Wenn Anfang Oktober wieder Notizblöckchen verkauft werden, sollen die Menschen sensibilisiert und informiert sein. Der Erlös ist für Einrichtungen und Organisationen im Behindertenbereich bestimmt. Montagmittag wurde die Kampagne 2019 in St. Vith vorgestellt.

Neue Cap48-Kampagne vorgestellt (Bild: Renate Ducomble/BRF)

Renaud Tockert stellt die neue Cap48-Kampagne vor (Bild: Renate Ducomble/BRF)

„Eine Beeinträchtigung zu haben, ist in Belgien die zweithäufigste Ursache für Diskriminierung – nach dem Rassismus. Jeden Tag registriert das Nationale Zentrum für Chancengleichheit dazu drei Klagen. Das ist enorm“, sagt Renaud Tockert, Geschäftsführer von Cap48.

Es besteht also auch mehr als 60 Jahre nach der ersten Kampagne noch Handlungsbedarf. In diesem Jahr soll die Sensibilisierung über bekannte Sequenzen aus Kultfilmen erfolgen. „Eben um mit Vorurteilen aufzuräumen und Tabus zu brechen, Missverständnisse und Ängste abzubauen. Wir haben betroffene Familien gebeten, Kultszenen aus berühmten Filmen zum Thema Behinderung neu zu interpretieren und so mit einer besonderen Kraft zu einer besseren Integration der Menschen mit Behinderung beizutragen.“

Es sind Filme wie „Der achte Tag“, „Forrest Gump“ oder „Ziemlich beste Freunde“. Sie werden als Spots im Rahmen der Sensibilisierungskampagne im RTBF-Fernsehen und auch im BRF ausgestrahlt. Unter dem Motto „Wirf Deine Scheu über Bord“.

Eine Scheu, die viele Menschen immer noch im Umgang mit behinderten Menschen haben. Betroffene Familien können Hilfe und Vorbild sein. „Wenn man sehr früh mit Unterschieden konfrontiert ist – zum Beispiel in der Familie oder unter Freunden – wächst man ganz einfach in diese menschlichen Beziehungen hinein und verhält sich spontan und natürlich. Und das ist die beste Inklusion.“

Balance ta gêne: la campagne de sensibilisation de CAP48

En famille: pas de gêne, pas de complexes, pas de malaise! Et si on s'en inspirait?#BalanceTaGêne

Geplaatst door CAP48 – RTBF op Donderdag 5 september 2019

„Das zeigen auch die Filmausschnitte. Sie sollen Mut machen, sich im Umgang mit behinderten Menschen so zu verhalten: aufmerksam, wohlwollend und mit Respekt“, sagt Renaud Tockert.

Cap48 sensibilisiert nicht nur, sondern unterstützt auch ganz konkret den Behindertenbereich in der Wallonie, in Brüssel und Ostbelgien. Der Sozialbetrieb Hof Peters in Emmels ist eine von vielen Einrichtungen, die finanzielle Hilfe durch Cap48 erfahren. So wurde zuletzt der Außenbereich des Neubaus mit einem behindertengerechten Zugang finanziert.

Jetzt steht die Förderung für ein neues Projekt an: der Einsatz des „Green Teams“ (der „grünen Mannschaft“) am Ravel-Weg – eine Alternative für Menschen, die nicht an viel befahrenen gefährlichen Hauptstraßen eingesetzt werden können, erklärt Theo Boemer vom Hof Peters.

Neue Cap48-Kampagne vorgestellt (Bild: Renate Ducomble/BRF)

Theo Boemer vom Hof Peters (Bild: Renate Ducomble/BRF)

„Der Ravel ist etwas ruhiger, es gibt weniger Fahrzeuge, weniger Verkehr. Dort fallen immer mehr Unterhaltsarbeiten an. Wir versuchen, in Projekte reinzukommen und einige Leute dort zu beschäftigen, die beeinträchtigt sind. Deshalb wäre es wichtig, eine Unterstützung von Cap48 zu bekommen.“

„Wir müssen ein neues Fahrzeug dafür kaufen. Es gilt einen neuen Projektleiter zu bezuschussen, damit wieder zwei bis drei Leute mitarbeiten können“, sagt Theo Boemer.

Neben dem Hof Peters stehen auch die Behindertenstätten Eupen auf der Förderliste der diesjährigen Aktion. Am 4. Oktober startet Cap48 den Verkauf der Notizblöckchen. Die Aufkleber wurden dieses Mal in fünf Beschützenden Werkstätten hergestellt, unter anderem auch in Eupen, Hergenrath und Meyerode.

Neue Cap48-Kampagne vorgestellt (Bild: Renate Ducomble/BRF)

Dr. Karl Vermöhlen (Verwaltungsratspräsident der DSL), Theo Boemer vom Hof Peters, Karin Lejeune von der DSL, Minister Antonios Antoniadis, Cap48-Geschäftsführer Renaud Tockert und Stephan Förster (Direktor der DSL) – Bild: Renate Ducomble/BRF

Michaela Brück

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