Nachhaltigkeit fördern: Neue Studie für mehr Zusammenarbeit von NGOs

"Fridays for Future", Hambi bleibt" oder "Stop Tihange" - im Bereich Klima- und Umweltschutz entstehen seit den letzten Jahren fast wöchentlich neue Vereine, Initiativen oder Arbeitsgruppen. In der StädteRegion Aachen wird jetzt geschaut, wie diese zusammengebracht werden können.

Mitarbeiter der Studie um die Projekt-Koordinatorin Madeleine Genzsch (Bild: Olga Duckwitz/BRF)

Die Mitarbeiter der Studie (v.l.n.r.): Jan Satzmann, Marie Habermann, Maryam Aliakbari, Ralph Welter, Raphaela Kell, Johannes Halten und Projekt-Koordinatorin Madeleine Genzsch (Bild: Olga Duckwitz/BRF)

Wenige Besucher auf mühevoll organisierten Veranstaltungen, weil parallel andere, ähnliche Veranstaltungen stattfinden. Kaum Zusammenarbeit trotz gleicher Ziele. Das soll sich ändern. Durch die Studie „We@AC – Gemeinsam.Nachhaltig“ soll eine Kooperation zwischen NGOs gestärkt werden, so dass alle davon profitieren.

Die Projekt-Koordinatorin Madeleine Genzsch kann nur vermuten, warum Synergieeffekte der Initiativen bis jetzt ungenutzt blieben. Eine Überlegung folgt aus der Zeitknappheit der Ehrenamtler. „Sie haben dieses Herzensbedürfnis irgendetwas zu bewegen neben Beruf und Familie, und rennen los mit ihrer Passion, mit ihrer Freude an dieser Thematik, vielleicht auch mit einem Frust oder einer Wut. Sie haben das Bedürfnis jetzt zu handeln. Wenn man einmal in dieser Energie ist, handeln zu wollen, dann schaut man nicht erst nach rechts und links, sondern will aktiv werden.“

Eine Rolle spielen könnte auch die Angst, bevormundet zu werden oder der Egoismus. „‚Das ist unsere Idee, wir haben das als erstes gemacht, und wir wollen auch nicht, dass uns irgendjemand die Butter vom Brot nimmt.‘ Da möchten wir im Rahmen der Studie vermitteln und zeigen, dass man Fähigkeiten und Kompetenzen, die man braucht, um gut voran zu kommen, gut verbinden kann. Um so schneller und effektiver sind Ziele zu erreichen. Denn letztendlich haben wir alle eine recht ähnliche Vision.“

Diese Vision lautet: gemeinsam Nachhaltigkeit zu fördern. 18 Monate sind für die Durchführung und Auswertung der Studie vorgesehen. Ende Mai startete das Projekt damit, die NGOs in Aachen und Umgebung zu suchen. Bis jetzt konnten rund 180 NGOs ausfindig gemacht werden. „Jetzt entstehen Fragebögen für eine zweistufige Erhebung. Zunächst einmal die Analyse der Fremdwahrnehmung: Wie sind diese Subkulturen in der Öffentlichkeit sichtbar? Sind sie überhaupt sichtbar? Dann geht es in konkrete Interviews mit den einzelnen Akteuren“, erklärt Genzsch. „Am Ende steht eine große, hoffentlich sehr feierliche Abschlussveranstaltung, wo wir die Ergebnisse präsentieren und die Menschen zusammenführen.“

Menschen, sowohl aus der Subkultur der NGOs, als auch aus Politik und Wirtschaft, der Öffentlichkeit und der Verwaltung. Denn Unterstützung durch Experten aus diesen Bereichen ist wichtig für die effektive Nutzung der Ergebnisse der Studie. Durch Workshops sollen Mitglieder von Initiativen besser qualifiziert werden. „Wenn wir zum Beispiel am Ende der Studie herausfinden, es gibt bestimmte Bedarfe oder bestimmte Schwachpunkte in den Initiativen, wo es Hilfe braucht, wollen wir Workshops zur Verfügung stellen, um da Empowerment herzustellen und die Leute wirklich dazu befähigen, ihre Arbeit zu tun. In dem Moment, wo sie immer stärker befähigt werden, ihre Arbeit zu tun und immer mehr Anerkennung erfahren für das, was sie tun und leisten, bleiben sie auch in ihrer Motivation.“

Gefördert wird die Studie von der Stiftung für Umwelt und Entwicklung in Bonn mit knapp 100.000 Euro. Ein paar Tausend Euro fehlen ihnen aber noch, damit das Ziel, eine gemeinsame Vision zu formulieren und an einem Strang zu ziehen, gelingt. „Wir wollen die Studie für Aachen erheben. Die Erkenntnisse, aber auch die Art und Weise, wie die Studie erhoben wird, soll anderen Städten und Kommunen zur Verfügung gestellt werden, weil sie vermutlich eine sehr ähnliche Herausforderung oder Problematik haben. Daher soll es adaptierbar und übertragbar sein wie eine Schablone.“ Sodass vielleicht auch in anderen Städten darüber nachgedacht wird, wie NGOs effizienter zusammenwirken können, spätestens nach Abschluss der Studie im November kommenden Jahres.

Olga Duckwitz

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