Wilder Müll: Die Gemeinde Burg-Reuland ergreift die Initiative

Müll am Straßenrand, Abfälltüten im Wald und auf Wanderwegen – wilder Müll ist überall zu finden. Das beklagen Bürger in vielen Eifeler Ortschaften. Die Gemeinde Burg-Reuland will das Problem jetzt angehen und startet ein Pilotprojekt mit Unterstützung der Wallonischen Region.

Müll ist an den Straßen der Gemeinde Burg-Reuland ein allgegenwärtiges Problem (Bild: BRF Fernsehen)

Müll ist an den Straßen der Gemeinde Burg-Reuland ein allgegenwärtiges Problem (Bild: BRF Fernsehen)

Bier- und Coladosen – zuhauf findet man sie an der N62 zwischen St. Vith und Luxemburg. Achtlos werden sie aus dem Auto heraus geworfen oder von Passanten liegen gelassen. Am Camping Hohenbusch ärgert man sich darüber.

Trotz Aufklärung über die Müllproblematik habe sich nichts geändert, sagt Fritüren-Besitzer Danny Buskop. „Im Gegenteil, es wird nur schlimmer. Wir räumen schon viel weg, legen Wert auf eine saubere Umgebung. Wir schicken jede Woche jemanden vorbei, um alles aufzuheben. Aber eine Woche später liegt wieder genau so viel Müll da.“

Auch Robert Wangen hat diese Erfahrungen in seinem Schnell-Imbiss gemacht. „Auf unserem Hof ist immer etwas zu finden. Aber wir können keine Mülleimer aufstellen, denn dann bringen die Leute ganze Tüten mit Haushaltsmüll. Weil sie zu faul sind, das zu sortieren und zum Containerpark zu fahren oder eine Tüte zu kaufen auf Gemeinde.“

Ein Problem, das nicht vereinzelt auftritt, sondern die ganze Gemeinde Burg-Reuland betrifft. Im kommunalen Programm für ländliche Entwicklung ist wilder Müll ein Dauerthema.

„In jeder Versammlung in jeder Ortschaft sind wir immer auf das Müllproblem hingewiesen worden“, erklärt Bürgermeisterin Marion Dhur. „Das Problem besteht nicht nur entlang der Straßen, sondern auch an Wanderwegen und an bestehenden Mülleimern, wo die Leute ihren Hausmüll absetzen. Es ist eigentlich überall.“

Gemeinde Burg-Reuland geht das Problem des wilden Mülls an (Bild: Michaela Brück/BRF)

Die Gemeinde Burg-Reuland geht das Problem des wilden Mülls an: Sonja Houscheid, Marion Dhur und Erika Theis mit Danny Buskop und Robert Wangen (Bild: Bild: Michaela Brück/BRF)

Grund genug für die Gemeinde, das Problem anzupacken – mit einem Pilotprojekt, das die Wallonische Region mit 25.000 Euro fördert. An sechs Stellen sollen Müllfangkörbe aufgestellt werden.

„Müllfangkörbe sollen es sein und keine Netze. Es soll etwas sein, das durch unsere Arbeiter einfacher zu leeren ist. Mit Schildern an den Grenzen unserer Gemeinde wird dann darauf hingewiesen, dass wir eine saubere Gemeinde sein wollen dass die Leute bitte ihren Müll behalten oder in den dafür vorgesehenen Körben entsorgen anstatt entlang der Straßen“, erklärt Dhur. Nach einem Jahr will die Gemeinde dann analysieren, ob es etwas gebracht hat.

Starten soll das ganze mit der Frühjahrsputz-Aktion Ende März – eine regional übergreifende Initiative der Wallonischen Region. Im letzten Jahr haben 183 Bürger mitgemacht. Die Gemeinde hofft, dass es dieses Mal noch mehr werden. Unterstützt wird sie von den beiden Fritüren-Besitzern. Sie stiften für jeden Teilnehmer der Müllsammelaktion ein Essen.

Für die Frühjahrsputz-Aktion am letzten Märzwochenende kann man sich einschreiben unter walloniepluspropre.be. Auskünfte erteilt auch der Bauhof der Gemeinde Burg-Reuland.

mb/km

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