Jury wirft Stadt Aachen Konfiszierung von Preisgeldern vor

Eine Jury hat der Stadt Aachen die Konfiszierung von Preisgeldern vorgeworfen. Das Verhalten der Stadt sei "empörend", kritisierte der Vorsitzende der Jury, Stephan Berg, der auch Intendant des Kunstmuseums Bonn ist.

Es geht dabei um den mit 5.000 Euro dotierten Justus-Bier-Preis für Kuratoren. Für das Jahr 2017 war er drei Kuratoren einer Mies-van-der Rohe-Ausstellung im Ludwig Forum Aachen verliehen worden: Brigitte Franzen, Holger Otten und Andreas Beitin. Sie hatten jeweils 1.700 Euro erhalten. Nun habe sich aber herausgestellt, dass sowohl Otten als auch Beitin ihr Preisgeld an die Stadt Aachen hätten abführen müssen. Nur Franzen habe ihren Anteil behalten können, da sie nicht mehr für die Stadt Aachen arbeite.

Die Jury habe sich mehrfach an den Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp gewandt mit der Bitte, das Geld an die Preisträger zurückzuerstatten, sagte Berg. Dazu sei aber noch nicht einmal eine Stellungnahme gekommen.

Die Statuten der Stiftung sähen ganz klar vor, dass die Preissumme personalisiert sei. Was in Aachen geschehen sei, sei „ein im deutschen und internationalen Kulturbetrieb einmaliger Vorgang“.

Eine Sprecherin der Aachener Museen erklärte, ganz grundsätzlich gelte in Aachen, dass ein städtischer Mitarbeiter sein Preisgeld an die Stadt abführen müsse. Das sei eine städtische Ausstellung gewesen, sagte die Sprecherin.

dpa/rs

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