Sharkproject: „Hai-Alarm“ in der Gemeindeschule Raeren

Viele junge Schüler wünschen sich mehr Initiativen, um den Planeten zu entlasten - auch in Ostbelgien. Die Schule Schönberg zum Beispiel organisiert Mitte Februar eine Benefiz-Gala für ein Projekt, das sich mit der Verschmutzung der Meere befasst. In der Schule Walhorn wurden die Schüler kürzlich bei einem Referat über das "Sharkprojekt" informiert. Und in der Gemeindeschule Raeren herrscht seit kurzem "Hai-Alarm".

Bild: Chantal Delhez/BRF

Bild: Chantal Delhez/BRF

In der Gemeindeschule Raeren dreht sich in den letzten Tagen alles um Haie und um den Schutz der marinen Ökosysteme. Langsam aber sicher werden die Schüler des fünften Schuljahres kleine Experten, wenn es darum geht, über Haie und Plastik im Meer zu berichten.

Viel Wissen hat ihnen Manfred Bartsch vermittelt. Er ist Tauchlehrer beim Eupener Tauchklub und gleichzeitig Schulreferent für die Meeresschutzorganisation „Sharkproject“. Das Interesse bei den Schülern ist groß. Und sie reagieren schockiert, wenn sie erfahren, dass 100 Kilometer lange Angelleinen mit unzähligen Köderhaken ausgelegt werden, um Haie zu fangen, dabei aber auch zahlreiche andere Tiere wie Delfine oder Schildkröten elendig zugrunde gehen.

„Wir gehen von bis zu 150 Millionen Haien aus, die pro Jahr getötet werden“, erklärt Bartsch. Die Gründe, weshalb der Hai geschützt werden sollte, sind vielfältig. „Er hält das Meer sauber. Wenn der Hai nicht mehr da ist, wird auch etwas Anderes im Ökosystem kaputt gehen. Damit kann das gesamte Ökosystem sterben.“ Das haben die Kinder verinnerlicht. Gemeinsam wollen sie daran arbeiten, die Thematik zu vertiefen und die Information zu verbreiten. Zu diesem Zweck wurden kleine Arbeitsgruppen gebildet.

Dass in Europa Hai gegessen wird, wissen offenbar nur die wenigsten. „Es wird vielerorts Hai verzehrt – teilweise auch in Unkenntnis, weil die Industrie das Haifleisch anders deklariert. Die Schillerlocke zum Beispiel ist der Baulappen vom Dornhai, der vom Aussterben bedroht ist.“

Michèle Beckers, eine der beiden Lehrerinnen, begleitet gerade einige Schüler bei der Realisierung ihres Projekts. Drei Wochen lang beschäftigen sich die Schüler in allen Unterrichten und auf unterschiedlichste Weise mit der Thematik. Sie bastelten unter anderem Schlüsselanhänger aus Plastikmüll, um das Sharkproject zu unterstützen. Die Idee, die Schüler mit der Thematik zu konfrontieren, hatte die tauch- und haibegeisterte Lehrerin Davina Brülls, die mit Sharkproject Kontakt aufnahm.

Der Einladung sind die Projektverantwortlichen nur allzu gerne gefolgt, denn Sharkproject setzt auf die junge Generation – und auf ihre Fähigkeit, aus den Fehlern der vorherigen Generationen zu lernen.

cd/mg

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