Spritzenhaus in Hünningen: Vom Abstellraum zum Treffpunkt

Jahrelang wurde das sogenannte Spritzenhaus in Hünningen bei Büllingen als Abstellraum genutzt. Jetzt wurde es zu einem Dorfhaus umgebaut. Am Sonntagnachmittag können sich Interessierte das Ergebnis ansehen.

Bild: Raffaela Schaus/BRF

Schon 2007 hatte der Dorfverein in Hünningen die Idee geäußert, das alte Spritzenhaus im Dorf für seine Zwecke zu nutzen. Ein Wunsch, der bei der ländlichen Entwicklung Gehör fand. „Diese Idee ist von der Örtlichen Kommission der ländlichen Entwicklung als sinnvoll angesehen worden, weil man dieses Kulturerbe erhalten wollte. Und so hat das Projekt 2009 seinen Lauf genommen“, erklärt Wolfgang Reuter, der das Projekt als Schöffe betreut hat.

Das Spritzenhaus ist schon lange fester Bestandteil im Dorf. Über 100 Jahre hat das Gebäude auf dem Buckel. Bis 1944 wurde es als Feuerwehrhaus genutzt – daher auch der Name Spritzenhaus. „Als die Feuerwehr nicht mehr tätig war, wurde es als Viehwaage genutzt und die letzten zehn Jahre als Abstellraum. Jetzt soll es wieder mit Leben und Menschen gefüllt werden“, sagt Reuter.

Doch in seiner damaligen Form konnte das Haus nicht als Vereinslokal genutzt werden. Und so wurde der Umbau vor knapp einem Jahr in Angriff genommen. Ein neues Dach sowie ein Anbau – mit Küche und sanitären Anlagen – ließen die Kosten schnell auf 220.000 Euro schießen.

Doch das Geld sei gut angelegt, findet Wolfgang Reuter, der die Arbeiten von Anfang bis Ende begleitet hat. „Das Spritzenhaus ist für kleinere Veranstaltungen ideal und es ist behindertengerecht. Durch die Auflagen der Wallonischen Region sind hohe Kosten entstanden, aber es wurde so gebaut, dass es für die nächsten Jahrzehnte genutzt werden kann.“

Getragen wurden die hohen Kosten von verschiedenen Behörden. Für den größten Teil kommt die Wallonische Region auf. Weil es ein Kulturdenkmal ist, hat die Deutschsprachige Gemeinschaft das Projekt mit 2.500 Euro bezuschusst. „Die verbleibenden 218.000 Euro wurden zu 80 Prozent von der Wallonischen Region übernommen und zu 20 Prozent von der Gemeinde“, weiß Reuter. Anstrich und Abrissarbeiten ging auf die Kappe der Dorfvereine.

Doch nicht nur die Vereine, auch Privatleute können das Spritzenhaus nun für ihre Zwecke nutzen. Das Lokal bietet bis zu 30 Sitzplätze. Auch ein Mittagstisch für Senioren soll hier regelmäßig stattfinden.

Egal in welcher Form – das Spritzenhaus soll vor allem wieder mit Leben und Leuten gefüllt werden. Den Auftakt dazu bietet der Tag der offenen Tür am Sonntagnachmittag.

rasch/mg

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