Der Weihnachtsbaum lebt: Auch nach langer Dürre beständig grün

Er ist ins Gerede gekommen, der Weihnachtsbaum. Manche haben bereits den Abgesang auf ihn angestimmt. Die lange Dürre habe ihm so stark zugesetzt, dass er dabei sei, zu sterben. Welch ein Unfug! Der ostbelgische Weihnachtsbaum lebt - und wie!

Bild: Rudi Schroeder/BRF

Familie Dodémont von der gleichnamigen Gärtnerei in Hergenrath (Bild: Rudi Schroeder/BRF)

Was wäre Weihnachten ohne ihn, den Tannenbaum: den grünen Mittelpunkt weihnachtlicher Freuden? O Tannenbaum, O Tannenbaum, wie treu sind deine Blätter. Sind sie das auch in diesem Jahr? Nach so vielen Monaten extremer Trockenheit auch in Ostbelgien? Uneingeschränkt ja. Grün sind sie, die Nadeln an heimischen Fichten und Nordmanntannen. Saftig grün, gesund und kräftig-kompakt.

So auch die in der Familiengärtnerei Dodémont in Hergenrath. Die lange Dürreperiode und der gefräßige Borkenkäfer haben den Bäumen nicht wirklich geschadet, sagt René Dodémont, der seit 32 Jahren Weihnachtsbäume verkauft. „Sie sind pilzfrei und nicht braun. Nur der Wuchs hat ein bisschen darunter gelitten: Die Bäume sind im Allgemeinen 10 bis 15 Zentimeter kleiner, aber die Dichte und die Form sind da. Selbst die jüngeren, kleineren Bäume haben kräftige Nadeln“, erklärt er.

Der 57-Jährige bezieht sämtliche Tannenbäume, die er zum Verkauf anbietet, aus eigenen Parzellen in der Eifel. „Sie stehen in der Gegend von Aldringen und Maldingen, also knapp 500 Meter über dem Meeresspiegel. Das ist das Entscheidende und deshalb werden sie dort angepflanzt und nicht hier. Hier ist das Klima zu mild und die Lage nicht hoch genug. Die Bäume wachsen dann zu schnell“, weiß Dodémont.

Bild: Rudi Schroeder/BRF

René Dodémont: „Die Bäume sind pilzfrei und nicht braun. Nur der Wuchs hat ein bisschen gelitten.“ (Bild: Rudi Schroeder/BRF)

Im Gegensatz zur eigenen Zucht der Dodémonts haben die serbischen Fichten, die überwiegend in den Niederlanden wachsen, durch den lange ausbleibenden Regen erheblich Schaden genommen. Deshalb werden sie bei uns kaum mehr angepflanzt. René Dodémont. „In der Eifel habe ich mit serbischen Fichten überhaupt keinen Erfolg gehabt. Das Pflegen und Beschneiden war zu aufwendig, um dann doch nur zweite Qualität zu erreichen“, sagt Dodémont.

Der Verkauf von Weihnachtsbäumen ist laut Dodémont in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Über die Gründe kann spekuliert werden: zu teuer, zu platzgreifend, nicht mehr zeitgemäß… Wer sich aus welchen guten Gründen auch immer trotzdem für den Kauf eines Stücks duftender Natur in Baumformat entscheidet, sollte indes einiges beachten: „Man sollte darauf achten, dass die Pflanzen bis innen drin grün sind. Die Optik ist natürlich das allerwichtigste und der Baum sollte einigermaßen frisch sein“, sagt Dodémont. „Wenn ich den Baum am 1. Advent in ein Wasserreservoir setze und regelmäßig nachfülle, werde ich bis nach Weihnachten meine Freude daran haben.“

Den Dodémonts, Vater René, seiner Frau Marie-Ange und den Töchtern Célina und Helena, ist auch nach so vielen Jahren der Spaß an der Arbeit in der Gärtnerei und dem Weihnachtsbaumgeschäft nicht vergangen. Es ist zuweilen ein Knochenjob, richtig schwere, aber ehrliche Arbeit – bei jeglichem Verzicht auf Chemie. „Ich kann garantieren, dass diese Bäume noch nie eine Spritze gesehen haben“, sagt Dodémont.

Bereits ab 15 Euro gibt es Weihnachtsbäume zu kaufen – von der schlichten Fichte bis zur stolzen Nordmanntanne, die immer beliebter wird. Und sie alle, auf den Eifeler Höhen Ostbelgiens gewachsen, versprechen nachhaltiges Weihnachtsgefühl. Wie heißt es so schön, in unserem geliebten Weihnachtslied: „O Tannenbaum, o Tannenbaum, dein Kleid will mich was lehren: Die Hoffnung und Beständigkeit gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit“.

rs/mg

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