Start Elektronik: Eine Projektwoche in den Schulferien

Lehrer müssen Vorbilder sein. Ein gutes Beispiel dafür ist Etienne Simar. Er hat diese Woche Schülern einen Elektronik- und Informatikkurs angeboten. Die Teilnahme der Schüler an dem Projekt "Start Elektronik" war freiwillig und kostenlos.

Start Elektronik: Eine Projektwoche in den Schulferien (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Start Elektronik: Eine Projektwoche in den Schulferien (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Wir sind im Versammlungs- und Produktpräsentationsraum der Firma Jumo in der Eupener Industriezone. Geschäftsführer Bruno Radermacher begrüßt seine Gäste, ein Dutzend Schüler im Alter von zehn bis zwölf Jahren, die sich sehr für Technik interessieren. Jumo ist spezialisiert in der Automation sowie Mess- und Regeltechnik – ein interessanter Ort für wissbegierige Kinder.

Der Besuch in dem Unternehmen ist Teil des Projekts „Start Elektronik“. Die Projektidee stammt von Etienne Simar, der seit 21 Jahren am Robert-Schuman-Instut in Eupen Elektronik und Informatik unterrichtet. „Start Elektronik ist ein Pilotprojekt, das sich an jüngere Leute richtet, die sich für Technik interessieren. Jüngere Leute sind sehr neugierig, besonders im Alter von acht bis zwölf Jahren. Hier sind Zehn- bis Zwölfjährige dabei. Die sind sehr kreativ. Das möchte ich fördern.“

Start Elektronik: Eine Projektwoche in den Schulferien (Bild: Etienne Simar)

Bild: Etienne Simar

Jugendliche für Technik und Informatik zu begeistern, da ist auch Jumo-Geschäftsführer Bruno Radermacher Feuer und Flamme. Er sieht sich in der Pflicht, das Projekt zu unterstützen. „Also ich finde es nicht nur gut, sondern sehr sehr gut. Eine solche Initiative soll und muss auch von einem Unternehmen, das technologisch orientiert ist, unterstützt werden“, so Radermacher.

„Es gibt ja sehr viele Vorbehalte bezüglich der Technologie. Sie ist aber ein Bestandteil unseres Lebens und wird das immer mehr werden. Auch um den Produktionsstandort Belgien zu sichern, müssen wir Techniker haben. Wenn man jungen Leuten Technik mit 16, 17 oder 18 Jahren nahelegt, ist es eigentlich schon zu spät.“

Bruno Radermacher bedauert es sehr, dass technische Berufe noch immer einen schlechten Ruf haben. Dabei werden neue Mitarbeiter in der Technologiebranche händeringend gesucht. Eine Branche in der nicht nur Fingerfertigkeit, sondern auch Kreativität gefragt ist, sagt Bruno Radermacher. Langweilig werde es da nie.

Heute arbeiten die Schüler bei Jumo an einem Lasergerät. Mittwoch haben sie einen Computer auseinander- und wieder zusammengebaut, Donnerstag haben sie bei der Firma Procoplast programmiert. Am ersten Tag waren die Schüler bei Ores, um zu sehen, wie die Stromversorgung funktioniert.

Das Projekt „Start Elektronik“ wird von mehreren Unternehmen im Eupener Raum unterstützt, wie zum Beispiel auch dem Eupener Kabelwerk. Lehrer Etienne Simar hat gute Verbindungen zu den Unternehmen. Dort arbeiten viele seiner ehemaligen Schüler, zu denen er weiter Kontakt hält.

„Ich mache das in meiner Freizeit. Aber, wenn ich sehe, was ich an Spaß zurückbekomme, das macht mich zufrieden. Wie sie Lächeln, ihre Kreativität zeigen oder die Art wie sie Fragen stellen, das ist meine Belohnung“, sagt Etienne Simar.

Stört es die Teilnehmer nicht, in den Ferien praktisch unterrichtet zu werden? „Nein, eigentlich nicht, es macht Spaß“, sagt der elfjährige Luka. „Spannend an Technik finde ich, dass man Probleme selber lösen kann. Da muss man nicht immer andere fragen.“ Da wollen wir nicht weiter stören. Denn auch in der Pause machen die meisten Schüler einfach weiter mit praktischen Aufgaben.

Start Elektronik: Eine Projektwoche in den Schulferien (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Bild: Manuel Zimmermann/BRF

Manuel Zimmermann

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