Abwechslungsreich: Logistikberufe stellen sich vor

Wer auf der Suche nach einer Ausbildung ist, wird vielleicht diesen Sonntag beim Aktionstag "Zukunft Logistik" fündig. Bei Rogister Logistik in Welkenraedt präsentieren sich acht Unternehmen und acht Ausbildungsinstitute. Wer gut organisieren kann und einen abwechslungsreichen Beruf sucht, ist im Bereich Logistik gut aufgehoben.

Illustrationsbild: BRF

Den Beruf „LKW-Fahrer“ kennt wohl jeder. Aber so ein Speditionsunternehmen wie Rogister Logistik in Welkenraedt hat noch mehr zu bieten. Hier arbeiten zum Beispiel auch Speditionskaufleute und Lagerfachkräfte. Reine Transportunternehmen gibt es heute eigentlich nicht mehr, sagt Standortleiter Walter Bormann.

„Früher gab es Fuhrunternehmer, die machten nur Transporte. Heute macht man vom Wareneingang und Warenausgang über die Kommissionierung bis hin zum Transport eigentlich alles. Das ist eine tolle Herausforderung, die jeden Tag neu gestaltet werden muss“, so Bormann.

Ab Ende der Produktion übernimmt das Logistikunternehmen die einzelnen Zwischenetappen. Erst einmal wird die Ware gelagert. Bei Rogister lagern im Außenbereich, auf 20.000 Quadratmetern, Rohre des Kabelwerks in Eupen. Im Hochregallager innen riecht es nach frischer Wäsche, denn dort werden vor allem Waschpulver, Seife und Spülmittel gelagert. Auf einen Quadratmeter passen bei einer Höhe von zehn Metern fünf Paletten.

Das alles will verwaltet werden, darum kümmert sich der Lagerleiter. Er verwaltet die Belegung der 28 Rampen und den Warenein- und Warenausausgang, natürlich mittlerweile computergestützt. Was im Lager in den Computer eingegeben wird, ruft ein paar Etagen höher gerade Luca Quinting auf.

Er macht eine Lehre zum Speditionskaufmann – aus einem besonderen Grund: „Learning bei doing. Ich war frustriert mit dem Universitätssystem. Ich habe ein Studium angefangen und das hat nicht so geklappt. Ich wollte dann lieber etwas machen, wo ich wirklich etwas lerne beim Machen. Da hat sich die Ausbildung hier angeboten.“

30 Mitarbeiter hat Rogister im kaufmännischen Bereich, 60 Menschen arbeiten im Lager. Hier gibt es nicht nur die Lagerung an sich, sondern auch die Kommissionierung der Ware. „Nach den Wünschen des Kunden wird gepackt“, erklärt Walter Bormann. „Es wird Flüssigmittel mit Puder gemischt oder einzelne Flaschen, es werden Sonderetiketten aufgedruckt wie 2+1 gratis. Das sind Arbeiten, die wir für die Kunden durchführen. Der Kunde gibt uns das Produkt und wir machen die Fertigung.“

Das Umwickeln mit Sicherheitsfolie übernehmen inzwischen Roboter, den Rest übernimmt die Lagerfachkraft. Wer in dem Beruf arbeiten will, muss den Durchblick behalten. Das gilt auch für den Speditionskaufmann. Da ist vor allem Organisationstalent gefordert. „Man muss multitaskingfähig sein, man muss mehrere Sachen gleichzeitig im Kopf haben und an viele Sachen gleichzeitig denken. Es kommt immer etwas dazwischen“, erklärt Luca.

„Vor allem muss man stressresistent sein“, fügt der zweite Lehrling Kevin Jurgait hinzu. „Und immer ein offenes Ohr für die anderen Mitarbeiter haben. Täglich haben wir mit Problemen zu kämpfen. Da muss man ziemlich spontan sein und die Probleme dann lösen.“ Teamgeist und Flexibilität sind gefragt. Auch gute Sprachkenntnisse sind wichtig.

Wer bei Rogister Logistik eine Lehre zum Speditionskaufmann macht, arbeitet in verschiedenen Abteilungen. „Es ist sehr abwechslungsreich. Jeder schnuppert mal in die Buchhaltung rein, die Abfertigung stellt die Papiere aus für die Fahrer, dann gibt es die Logistik, die sich um Wareneingänge und -Ausgänge kümmert. Wir in der Dispo kümmern uns um Fahrerkontakt und die Tourenplanung.“

Um bei jungen Leuten Interesse für den Bereich Transport und Logistik zu wecken, gibt es am Sonntag einen Aktionstag „Zukunft Logistik“. Bei Rogister in Welkenraedt stellen sich dann verschiedene Speditionsunternehmen und Schulen vor. „Wir haben in den letzten Jahren festgestellt, dass immer weniger Leute Interesse an dem Beruf haben. Wir haben 2017 keinen Lehrling gefunden. Man merkt es auch auf dem Markt, die Fachkraft fehlt. Und dafür auch Tag der Logistik, um den Beruf nochmal schmackhaft zu machen“, sagt Standortleiter Bormann.

Und der Fachkräftemangel hat zumindest für angehende Speditionskaufleute eine positive Seite: Sie finden mit sehr großer Wahrscheinlichkeit einen Job.

Zukunft Logistik am 22. April

Teilnehmende Unternehmen: ACM SPRL, Ats Rauw, Faymonville AG, Kabelwerk Eupen AG, Rogister Logistik SA, Schenker NV, Transport Roger Heinen AG, ULEX PGmbH

Teilnehmende Ausbildungsinstitute und Institutionen: Arbeitsamt Ostbelgien, Centre IFAPME Liège Huy Waremme, EDW-Formation, Fonds Social Transport et Logistique, IAWM, Industrie- und Handelskammer Aachen, Haute école de la Province de Liège, ZAWM Eupen

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Katrin Margraff