Raeren: Haushalt 2018 auf Kurs

Der Raerener Gemeinderat hat am Donnerstag den Gemeindehaushalt 2018 beschlossen. Der Plan sieht einen Überschuss von rund einer Million Euro im ordentlichen Haushalt vor. Der Investitionshaushalt schlägt mit 3,8 Millionen Euro zu Buche.

Die größten Ausgaben der Gemeinde bleiben die Verwaltung, das Straßen- und Wegenetz, sowie das Primarschulwesen und der Bereich Fürsorge und Soziales. 2018 rechnet die Gemeinde mit rund 600.000 Euro Mehreinnahmen aus Steuern, dem Fonds und Geldern der DG.

Die größten geplanten Bauprojekte sind das Dorfhaus in Eynatten, der Fuß- und Radweg zwischen Marienheim und Zahlepohl, sowie die Beteiligung an der gemeinsamen Kinderkrippe in Hergenrath.

Finanzschöffe August Boffenrath lobte sein Finanzpaket. Er sei „entspannt und zufrieden, mit dem was da steht“, besonders weil die Gemeinde eine sehr gute Kontrolle über ihre Einnahmen habe, sagte er. Erwin Güsting von der freien Bürgerliste pflichtete ihm größtenteils bei, bemängelte aber die unverhältnismäßig hohen Kosten mancher Budgetposten. Nicht so die christlich-soziale Opposition. Jerôme Franssen von der CSL warf der Mehrheit vor, man habe die Reserven aufgebraucht und die Handlungsspielräume verkleinert.

Quatsch für August Boffenrath: „Wir haben beizeiten Gelder in die Hand genommen und über Co-Finanzierungen mit der DG große Projekte finanziert, die heute nicht mehr möglich wären, weil die DG einen neutralen Haushalt vorlegen will und es nicht mehr so viele Subsidien gibt“, erwiderte er.

Neben dem Gemeindehaushalt wurde am Donnerstagabend auch der Haushalt des Raerener ÖSHZ verabschiedet. Hier bleibt der Gemeindeanteil trotz steigender Kosten bei den Eingliederungseinkommen gleich – bei knapp einer Million Euro. Bemerkenswert sei außerdem, dass das ÖSHZ für die bezuschussten Vertragsangestellten, kurz BVA, mehr selbst bezahlen müsse als bisher. Die DG hat diese Zuständigkeit vor kurzem von der Wallonischen Region übernommen.

Fußweg zwischen Marienheim und Zahlepohl verschlingt mehr als 250.000 Euro

Zwischen dem Raerener Marienheim und dem sogenannten Zahlepohl entsteht ein neuer Fußweg. Das beschloss der Raerener Gemeinderat ebenfalls auf seiner Sitzung am Donnerstag. Einig waren sich alle Ratsmitglieder über die zu hohen Kosten für den Weg.

Für rund einen Kilometer Strecke werden rund 251.000 Euro veranschlagt. Gut 200.000 Euro davon trägt die Wallonische Region. Dass die Kosten so explodiert seien, liege daran, dass die Strecke vollständig durch denkmalgeschütztes Gebiet führe und zahlreiche Auflagen, wie zum Beispiel Probebohrungen, das Projekt verteuerten, erklärte Bürgermeister Hans-Dieter Laschet. Er selbst bezeichnete einen Teil der Auflagen als „bescheuert“.

Neues Schutzgebiet im Mariental geplant

Die Gemeinde Raeren will im Mariental ein neues Schutzgebiet schaffen. Dazu soll ein circa drei Hektar großes Gelände am Reybach aufgekauft werden. Das sumpfige Gebiet beherbergt eine große Artenvielfalt, auch einige seltene Arten sind darunter.

Die Kosten für den Ankauf trägt die Wallonische Region. Die Gemeinde will sich als Vermittler zwischen Eigentümern und Region betätigen. Erst wenn das Gebiet einen einzelnen Eigentümer hat, können sinnvoll Maßnahmen zum Schutz der Flora und Fauna ergriffen werden. Langfristig soll das Feuchtgebiet als „Standort von großen Biologischen Interesse“ eingestuft werden.

Raerener Umweltschöffin soll Walzinc auf die Finger schauen

Die Raerener Umweltschöffin soll dem Bergbauunternehmen Walzinc auf die Finger schauen. Das beschloss der Gemeinderat ebenfalls am Donnerstagabend. Walzinc will prüfen, ob eine Wiederaufnahme des Bergbaus in der Region möglich ist. Gegen das Vorhaben gibt es zahlreiche Bedenken und offene Fragen bei Bevölkerung und Gemeinden.

Um einen neutralen und korrekten Informationsfluss sicher zu stellen, soll die Raerener Umweltschöffin sich nun verstärkt über das Vorhaben informieren. Bei Bedarf sollen dann Umwelt- und Raumordnungsausschuss der Gemeinde hinzu gezogen werden.

Gesamte Straßenbeleuchtung soll auf LED umgestellt werden

In Kooperation mit Ores werden in Raeren die alten Straßenlaternen durch LED-Leuchten ersetzt. Die Lampen ermöglichen beachtliche Einsparungen bei den Stromkosten. Bis 2030 sollen alle Straßenlampen auf LED umgestellt werden.

Die Rate für die Anschaffungskosten pro Jahr ist dabei geringer als die Einsparungen, die durch den geringeren Stromverbrauch der Lampen entstehen.

Anne Kelleter