„Little me“: Fotoprojekt zum Tag gegen Kindesmissbrauch

Das kommende Wochenende steht im Zeichen des Schutzes von Kindern vor sexueller Gewalt. Uwe Koeberich nimmt zwei Gedenktage zum Anlass, ein neues Projekt zu starten. Opfer von sexueller Gewalt machen Selbstporträts, die Koeberich dann zu einer Ausstellung verarbeiten will.

Kindsmissbrauch

Illustrationsbild: Alexas_Fotos/Pixabay

Der 18. November ist der europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch, der 19. November ist der internationaler Tag gegen Kindesmissbrauch.

Uwe Koeberich wurde selbst als Kind missbraucht und weiß, wie schwierig es ist, solche Erlebnisse zu verarbeiten. „Ich habe jahrelang geschwiegen und das Thema auch nie groß in der Familie angesprochen. Es war ein offenes Geheimnis. Meine Eltern sprechen heute noch nicht so richtig darüber“, erzählt Koeberich im BRF-Interview.

Koeberich findet es aber wichtig, darüber zu sprechen. Gerade durch die Geschehnisse in den letzten Wochen, in denen immer mehr Frauen unter dem Hashtag #MeeToo sexuelle Belästigung und Nötigung angeprangert haben. Dazu rief er nun das Fotoprojekt „Little me“ ins Leben. „Es muss sich etwas tun“, sagt Koeberich.

Als Kind habe er nicht verstanden, was da passierte. „Ich habe es einfach über mich ergehen lassen. Wenn man dann erwachsen wird und die Tragweite begreift, nimmt das noch ganz andere Dimensionen an. Ich habe mit Anfang 20 gedacht, dass ich das für mich relativ gut ‚gekramt‘ habe. Aber als ich älter wurde, habe ich gemerkt, dass das gar nicht der Fall war.“

Fotobox

Koeberich möchte nun anderen bei der Bewältigung helfen und auf das Thema aufmerksam machen. Er lädt Frauen und Männer, die als Kind Opfer von Missbrauch waren, zum Mitmachen ein.

Am Samstag (18. November) wird im Ikob in Eupen von 14 bis 16 Uhr ein Raum zur „Fotobox“ umgewandelt, in der per Selbstauslöser ein Selbstporträt geschossen werden kann. So sollen die Betroffenen die Möglichkeit haben, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. „So ein Porträt kann die Leute anregen, über das, was passiert ist, zu sprechen“, sagt Koeberich. „Es ist auch, um zu zeigen: Man steht da nicht alleine.“

Vor Ort ist auch eine Fachkraft, die die Betroffenen unterstützt und berät. Die Selbstporträts werden – mit Einverständnis der Betroffenen – in einer Ausstellung gezeigt, um auf das Thema aufmerksam zu machen.

js/km

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